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Review: Call of Duty: Infinite Warfare

Jetzt ist es also wieder soweit: Der alljährliche Ableger der „Call of Duty“-Reihe ist veröffentlicht worden. „Call of Duty: Infinite Warfare“ stand ja schon lange vor dem Release unter jeder Menge Kreuzfeuer: Eigentlich möchten die Spieler ja doch lieber das Remaster zu „Modern Warfare“ als den ganz neuen und dies und das und überhaupt. Wir haben uns den Titel angeschaut und lassen Euch wissen, ob der Kauf sich lohnt.

 

Unendliche Weiten

Es hat sich ja schon ein paar Jahre abgezeichnet, dass die Zeiten, in denen die „Call of Duty“-Games sich auf vergangene und gegenwärtige Kriegsherde konzentriert, längst vorbei sind. Den letzten Blick auf den zweiten Weltkrieg lieferte uns „World at War“, und das ist auch schon wieder acht Jahre her. Seitdem haben wir nicht nur allerhand moderne Waffensysteme bis hin zu Mechs in die Griffel bekommen, wir durften in „Call of Duty: Ghosts“ sogar das Weltall bereisen. Und das ist dann auch schon die Thematik, mit der wir uns jetzt in „Call of Duty: Infinite Warfare“ herumschlagen dürfen.

Das Spiel führt uns in die etwas entferntere Zukunft. Es kam wie es kommen musste: Die Menschheit hat praktisch alle Ressourcen der Erde verbraucht und steht jetzt ziemlich doof da. Doch woher nehmen, wenn nicht stehlen? Aus dem Weltall natürlich. Immerhin schafft es die sonst so zwieträchtige Menschheit wenigstens hierbei zusammenzuhalten. Naja, fast: Eine Splittergruppe bildet sich und sorgt für Ärger. Hier kommen wir ins Spiel, als Captain Nick Reyes kommandieren wir ein Raumschiff im Kampf gegen diese Rebellen.

Interessant hierbei, wie sehr man ein eigentlich rein weltliches Thema in den Weltraum bringt: Das Staatenbündnis SATO stellt hier quasi das Gegenstück der NATO dar, und im Prinzip wäre es auch kein Unterschied, ob ein solcher Bund auf der Erde gegen Terroristen kämpft oder eben im Weltall gegen irgendwelche Rebellen. Man wollte sich offenbar nicht allzu weit aus dem Fenster lehnen und einen Konflikt gegen Außerirdische heraufbeschwören. Verständlich, das hätte dem Spiel wohl jegliche Verbundenheit mit seinen Vorgängern endgültig genommen.

Wo geht‘s hier nach Hollywood?

Die „Call of Duty“-Games gehörten bekanntlich nicht gerade zu den Spielen, bei denen Entwickler und Publisher auf die kleine Mark achten. Als eines der zugkräftigsten Franchises des Business darf es auch ruhig mal etwas teurer sein – und das zeigt sich natürlich auch bei den Schauspielern, die den Charakteren ihr Antlitz leihen und das Motion Capturing erledigen. Schauspieler Brian Bloom, der neben diversen Filmen und Serien jede Menge Arbeit für Videospiele geleistet hat, spielt die Hauptrolle Nick Reyes, bekannter ist allerdings sein Antagonist Admiral Salen Kotch, der von Kit Harington gespielt wird. Und den kennen wir natürlich als Jon Schnee aus „Game of Thrones“.

Activision und Infinity Ward machen hier nun wirklich keine halben Sachen. Von der Inszenierung her hat man hervorragende Arbeit geleistet – wie immer. Das kann zwar nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich „Call of Duty: Infinite Warfare“ aufgrund des Settings nicht immer wie ein Ableger dieser populären Reihe anfühlt, trotzdem verleiht es dem Titel einen hochwertigen Charakter. Das gilt auch für die Grafik: Die Engine wurde endlich überarbeitet und bietet eine bessere Optik, allerdings gibt es immer wieder einige hässliche Ecken zu finden – vor allem bei den Texturen.

Der Einzelkämpfer

Tatsächlich – man soll es kaum glauben – ist die Einzelspielerkampagne der eigentliche Höhepunkt von „Call of Duty: Infinite Warfare“. Es fühlt sich zweifellos seltsam an, mit Raumschiffen durch die Gegend zu heizen – zumal wir nicht einfach nur irgendwelche lahmen kleinen Raumgleiterchen zu sehen bekommt, sondern auch ausgewachsene Raumschiffe, die in ähnlicher Art und Weise auch aus den „Halo“-Games stammen könnten. Aber gerade die Spielmechanik fühlt sich so gewohnt an wie eh und je.

Trotz der Tatsache, dass wir die bekannten Gefilde verlassen haben, spielt sich „Call of Duty: Infinite Warfare“ in vielen Belangen genauso wie immer. Die gängigen Funktionen sind alle noch da, etwas Unterschied bringt allenfalls die Schwerelosigkeit in manchen Abschnitten mit sich. Aber gut, wer hätte da auch wirklich eine nagelneue Mechanik erwartet? Wohl niemand. Letztendlich macht das Ganze mehr Spaß, als man es gemeinhin erwarten würde – das ist wohl die große Überraschung des Spiels.

 

Die ewige (Multiplayer-)Schlacht

Und jetzt kommen wir vielleicht zu einer kleinen Enttäuschung für viele Spieler: Die Multiplayer-Komponente hat sich kaum verändert. Alles, was man aus den Vorgängern kennt, ist in dieser oder ähnlicher Variante auch dieses Mal wieder mit dabei. Es gibt zwar eine nicht zu unterschätzende Zahl an Spielmodi, aber davon kennt man praktisch alles aus den Vorgängern oder zumindest aus vergleichbaren Genre-Vertretern. Auch die enthaltenen Maps sind wieder sehr solide gestaltet und bieten wenige Optionen, sich sicher zu verschanzen. Allerdings erwarten wohl nicht wenige Spieler ein wenig mehr Frische, wenn man so ein Spiel schon im Weltraum ansiedelt.

I‘ve been looking for Zoooombies

Nicht mehr wegzudenken aus der „Call of Duty“-Reihe ist natürlich der Zombie-Modus. Auch in „Call of Duty: Infinite Warfare“ fehlt ein solches Kapitel nicht – und das schimpft sich „Zombies in Spaceland“. Das Ganze ist thematisch recht abgefahren und führt uns in einen Weltraum-Themenpark mitten in den 80ern. Und weil das vielleicht noch nicht extravagant genug war, haben sich die Entwickler dazu entschieden, David Hasselhoff eine Gastrolle zu geben. Spielerisch tut sich hier aber auch nicht viel, was man nicht ohnehin schon aus den Vorgängern kennen würde.

Die gute alte Zeit

Kommen wir zu der Kleinigkeit, die viele Spieler am meisten interessiert: Der Legacy-Edition. Diese enthält nämlich als wohl wichtigsten Bestandteil „Call of Duty: Modern Warfare Remastered“. Tatsächlich stellen wir die etwas gewagte Behauptung auf, dass eine Einzel-Veröffentlichung des Remasters die Verkaufszahlen von „Call of Duty: Infinite Warfare“ in den Schatten stellen würden.

Für uns ist „Modern Warfare“ – zusammen mit seinem Nachfolger – der absolute Höhepunkt der Reihe. Sich im hohen Gras in Prypjat zu verstecken war so spannend wie kaum eine Situation in einem der nachfolgenden Spiele, auch an den Multiplayer haben wir so viele großartige Erinnerungen. Es mag ärgerlich sein, aber tut Euch den Gefallen und kauft die etwas teurere Legacy-Edition. Egal, ob Ihr „Call of Duty: Modern Warfare“ schon gespielt habt oder nicht, lasst Euch die „Remastered“-Edition nicht entgehen.

 

Bewertungen

Grafik - 8.3
Sound - 8.9
Gameplay - 7.8
Umfang - 7.8
Multiplayer/Onlinemodus - 8

8.2

Gesamt

„Call of Duty: Infinite Warfare“ ist definitiv deutlich besser als befürchtet. In Teilen fühlt sich das Spiel nicht mehr so ganz an, als würde es zur populären Serie gehören und es gibt davon abgesehen spielerisch wenig Neues, aber tatsächlich ist die Kampagne insgesamt ziemlich unterhaltsam. Zu erwarten war allerdings, dass uns das Remaster von „Modern Warfare“, das der Legacy-Edition beiliegt, ganz besonders verzückt. Wir wissen zwar noch nicht, ob der Titel nicht zu einem späteren Zeitpunkt gesondert verkauft wird, aktuell empfehlen wir aber dennoch den Kauf des Gesamtpakets. „Infinite Warfare“ ist kein neuer Höhepunkt der Reihe, aber erstaunlich solide - und mehr kann man aktuell wohl nicht erwarten.

Benutzerwertung: Bewerte als erstes!

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