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Review: Dead Rising 4 – Frank‘s Komplettpaket

Manchmal dauert es eben etwas länger – Exklusivdeals sorgen häufig für enttäuschte Spieler. Gut, wenn man wenigstens die Möglichkeit bekommt, zu einem späteren Zeitpunkt mit dem Zocken beginnen zu können. So wie jetzt bei „Dead Rising 4: Frank‘s Komplettpaket“, das mittlerweile auch für die Playstation 4 erhältlich ist. Was da drin steckt und ob das Ganze Spaß macht, erfahrt Ihr in unserem Test.

Volles Pfund

Zunächst wollen wir mal das Thema „Umfang“ behandeln: „Dead Rising 4: Frank‘s Komplettpaket“ besteht natürlich in erster Linie aus dem Hauptspiel, wie es international schon seit Dezember 2016 für die Xbox One erhältlich ist. Hinzu kommen alle erschienenen DLCs, also das „Stocking Stuffer Holiday Pack“, „Frank Rising“ und „Super Ultra Dead Rising 4 Minigolf“. Darüber hinaus gibt es noch kleinere Erweiterungen, die Outfits und einzelne Waffen ins Spiel bringen. Insgesamt also ein Schritt in die richtige Richtung: Wenn man die Besitzer einer Plattform wegen eines Exklusivdeals schon warten lässt, dann kann man ihnen ruhig auch ein Komplettpaket liefern.

Doch worum geht es in „Dead Rising 4: Frank‘s Komplettpaket“ eigentlich? Nun, einmal mehr schlüpfen wir in die Rolle von Frank West, einem echten Veteran im Kampf gegen die Zombies. Der erlebt einen neuen Ausbruch und versucht nun, dessen Ursprung zu erkunden. Der Weg zur Wahrheit ist gepflastert mit unschädlich zu machenden Zombies – und davon bringt „Dead Rising 4“ jede Menge mit.

Metzelfest 4.0

Für PS4-Besitzer ist eine Sache in Bezug auf „Dead Rising“ wichtig zu wissen: Mit dem dritten Ableger der Reihe haben sich einige grundlegende Dinge geändert. Vorbei die Zeiten des omnipräsenten Zeitdrucks, Man ist nicht mehr gezwungen, schnellstens Menschen zu retten oder Zombrex zu besorgen, zudem ist die Spielwelt im Vergleich zu den ersten beiden Ablegern gewaltig groß. Gerade Ersteres ist eine Sache, die nicht bei allen Spielern gut ankam, war das doch eine der maßgeblichen Säulen bei den ersten beiden Titeln.

Gleich geblieben ist hingegen die Notwendigkeit, die Zombies mit allerhand verrückten Waffen und Fahrzeugen zur Strecke zu bringen. Die bastelt man aus einzelnen Komponenten nach einem Bauplan zusammen, diese finden sich über die komplette Spielwelt verteilt. Aus einer Klingenwaffe und einer Propangasflasche basteln wir ein sehr effektives Flammenschwert, eine Axt und Elektronik hingegen ergeben eine ziemlich elektrisierende Waffen. Und ähnlich sieht es bei den Fahrzeugen aus: Aus Abschleppwagen und Leichenwagen lässt sich ein robustes Gefährt kombinieren, das eine Abschußvorrichtung für eingesammelte Zombies enthält.

Wozu das Ganze?

Für uns (und viele Spieler der Xbox-Version) ist das größte Problem von „Dead Rising 4: Frank‘s Komplettpaket“, dass das Abschlachten der Zombies zum praktisch einzigen Inhalt des Spiels geworden ist. Klar, auch bei den Vorgängern spielte das die vermutlich wichtigste Rolle, allerdings gab es bei diesen immer ein wenig mehr drumherum – eine unterhaltsame Story mit etwas interessanteren Charakteren, Zeitdruck oder eben auch ein in sich stimmigeres Gesamterlebnis. „Dead Rising 4: Frank‘s Komplettpaket“ ist gewissermaßen zu einem einzigen Zombie-Schlachtfest verkommen, mehr als je zuvor.

Das mag man oder eben nicht. Manche Spieler gehen darin auf, neue Baupläne zu finden und dann die Möglichkeiten dieser neuen Waffe auszuloten – zumal es auch noch ein Skillsystem gibt, mit dem man die eigene Konstitution und auch den Umgang mit verschiedenen Waffen verbessern kann. Zusammen mit der offenen Spielwelt, die man erkunden darf und soll, ist da schon etwas Substanz vorhanden – obwohl die reine Story kaum mehr als acht Stunden in Anspruch nimmt.

Sonderausstattung

Ausgebaut wird das Ganze durch die enthaltenen DLCs, allerdings bieten diese nicht alle so richtig viel Spielwert. „Frank Rising“, in dem unser Protagonist selbst mit dem Zombievirus infiziert ist und verzweifelt nach einem Gegenmittel sucht, ist das einzige DLC-Eytra, das wirklich klassische Gameplay-Elemente mitbringt. „Super Ultra Dead Rising 4 Minigolf“ ist zwar ein Spielmodus, der durchaus für ein paar Stunden zu unterhalten weiß, aber eben die Story nicht weiter ausbaut. Das wäre vielen Spielern angesichts der Kürze der Kampagne vermutlich lieber gewesen.

Die Outfits und Extra-Waffen, die in „Dead Rising 4: Frank‘s Komplettpaket“ stecken, fallen insgesamt eher unter die Rubrik „für Liebhaber“. Waffen gibt es im Spiel ohnehin genug, lediglich bei den Fahrzeugen sind wir für den Zuwachs dankbar. Und ob Frank West jetzt in einem Street-Fighter-Kostüm durch die Gegend eiert oder nicht – das ist nun wirklich nichts, was das Spielerlebnis signifikant ausbaut oder verbessert.

Quo Vadis?

Das Zombie-Gemetzel ist auch in Form von „Dead Rising 4: Frank‘s Komplettpaket“ für die Playstation 4 kein wirklich schlechtes Spiel. Aber: Irgendwie wirkt das Ganze ein wenig, als hätte man sich beim Game-Design ein wenig verrannt. Während es den einen Spielern ganz recht ist, dass man auf das Spielelement des Zeitdrucks verzichtet hat (auch das Zeitdruck-Feigenblatt des dritten Teils hat man abgelegt), dürfte vielen anderen eine maßgebliche Sache fehlen.

Der PS4-Variante zugute kommt natürlich der Preispunkt: Für rund 45,- Euro Straßenpreis kann man mittlerweile an „Dead Rising 4: Frank‘s Komplettpaket“ herankommen – und das relativiert natürlich auch den überschaubaren Umfang der Hauptkampagne. Insofern ist das Spiel auch ein Jahr nach der Veröffentlichung der Xbox-Version einen Blick wert, allerdings sollte man nicht mit der Idee, es handele sich um eine direkte Weiterführung der beiden ersten Ableger, ans Werk schreiten. „Dead Rising 4“ ist eine komplett andere Veranstaltung.

Dead Rising 4: Frank’s Big Package – Announcement Trailer | PS4

Bewertung

Präsentation - 78%
Gameplay - 73%
Umfang - 78%

76%

Gesamt

„Dead Rising 4: Frank‘s Komplettpaket“ liefert recht kompromissloses Zombie-Schnetzeln - aber eben nicht viel mehr. Das ist nicht wirklich schlecht, allerdings hatte die Reihe in der Vergangenheit doch deutlich mehr Tiefgang. Man hat durch den Wegfall des Zeitlimits viel an Komplexität und Schwierigkeitsgrad eingespart, womit man den Titel auch einem breiteren Publikum zugänglich macht. Das geschieht allerdings auf Kosten der Fans, die das Konzept und die Schwierigkeit der ersten Teile gefeiert haben.

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