Samstag, 16. Dezember 2017
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Review: Forza Motorsport 7

Darauf haben alle Racing-Fans gewartet: „Forza Motorsport 7“ ist endlich erhältlich und will seinen zweifellos vorhandenen Vorsprung weiter ausbauen. Okay, wir sind ganz klar Fans der Marke, kommen aber nich ganz umhin, einen gewissen Gewöhnungseffekt festzustellen. Es wird Zeit für bedeutsame Neuerungen – und ob die enthalten sind, ist die wichtige Frage. Kann der Racer an die Erfolge der Vorgänger anknüpfen? Lest unseren Test und findet es heraus.

Zeit für Superlative

Einmal mehr schickt sich der aktuelle Vertreter der Traditionsreihe an, sämtliche Regler, die den Titel ausmachen, noch ein bisschen weiter nach oben zu ziehen. Das fängt schon mit den Fahrzeugen im Fuhrpark von „Forza Motorsport 7“ an – davon gibt es nämlich mehr als je zuvor und ziemlich sicher auch mehr als in jedem anderen Racer. Gute 700 Autos, vom billigen Kleinwagen bis zum absoluten Luxus-Racingschlitten, können erworben werden – und müssen das auch, wenn man auf Achievement-Jagd ist.

Und ähnlich sieht es auch bei den Strecken aus – 32 verschiedene Schauplätze werden uns angeboten. Und damit meinen wir nicht 32 Strecken, sondern Orte, die in aller Regel mehrere Variationen offerieren. Natürlich gibt es sowohl bei den Fahrzeugen als auch bei besagten Schauplätzen sehr viel Copy&Paste aus den Vorgängern – wirkliche Neuheiten sind nur in überschaubaren Quantitäten vorhanden. Das schmälert aber das schiere Volumen nicht: „Forza Motorsport 7“ ist schon ein gewaltiges Gesamtpaket.

Werde Erster!

Am Konzept der Reihe hat sich im neuesten Teil nichts geändert: Nach wie vor geht es darum, Rennen zu fahren – entweder im Karriere-Modus oder aber in verschiedenen Multiplayer-Modi. Hier sind wohl auch keine Revolutionen zu erwarten, allerdings haben die Entwickler von Turn 10 viele kleine Änderungen und Erweiterungen vorgenommen, und die ziehen sich wirklich durch das ganze Spiel.

Für viele Zocker war etwa die Einführung eines Wettersystems im „Forza Motorsport 6“ ein wichtiger Meilenstein – aber wenn wir mal ehrlich sind, war das Ganze wenig flexibel. Zwar fuhren sich die Fahrzeuge bei Regen logischerweise anders und man musste deutlich vorsichtiger sein, aber es gab eben nur vereinzelte Schauplätze, die Regenrennen boten. Entweder es regnete während des Rennens oder nicht, jetzt gibt es aber ein dynamisches Wetter- und Zeitsystem. Es kann durchaus sein, dass man auf trockener Strecke startet und mitten in einem starken Regenschauer das Rennen beendet.

Catch them all!

Lootboxen sind jetzt endgültig im Mainstream angekommen – und somit auch bei „Forza Motorsport 7“. Darin stecken nicht nur teilweise ziemlich witzige Rennanzüge zum Sammeln, sondern auch die bekannten Mod-Karten, die man schon aus dem Vorgänger kennt, und die Rennen modifizieren können. Beispielsweise gibt es Karten, die dem Spieler für das nächste Event doppelte Credits verleihen. Belohnungen können bei diesen Mod-Karten aber auch an Voraussetzungen gekoppelt sein – etwa eine Mindestplatzierung oder ein Rennen bei Nacht.

Wo es im Vorgänger noch so war, dass viele der Karten im Prinzip immer wieder benutzt werden konnten, sie sind nach dem Einsatz nicht verfallen, gibt es das bei „Forza Motorsport“ in dieser Form nicht mehr. Und so hat man eben nicht ein ewig währendes Setup an Karten, die auf den persönlichen Geschmack angepasst sind, sondern muss vor jedem Rennen schauen, welche drei Karten die ideale Kombination für das Event darstellen.

Jetzt noch nicht!

Tatsächlich ist es auch wichtiger als je zuvor, diese Karten möglichst sinnvoll einzusetzen. Man kann nicht einfach so alle Autos kaufen, die man gerne hätte – auch wenn die Kohlen vorhanden sind. Die meisten erfordern ein Mindest-Sammlerlevel, und das steigert man eben durch den Kauf von „niedrigeren“ Wagen. Dazu braucht man viel Geld, und da kann so ein Plus durch Mod-Cards natürlich Linderung verschaffen.

Außerdem bringt uns das auch Abwechslung über einen längeren Zeitraum: Man ballert nicht einfach nur Rennen um Rennen durch, sondern muss auch unter Umständen darauf achten, dass man nicht nur möglichst als erster durch die Ziellinie fährt, sondern auch gleichzeitig andere Herausforderungen wie etwa „saubere Runden fahren“ erfüllt. Das wirkt auflockernd, viele Spieler haben sich aber bereits über das Wirtschaftssystem beschwert: Man benötigt viel Geld, um die höheren Sammlerstufen zu erreichen, dabei helfen Lootboxen. Für die gibt man Credits aus, die man auch in Autos hätte stecken können. Und über kurz oder lang wird es dahingehend sicherlich auch Mikrotransaktionen geben.

Es werde Licht

Aller Kritik zum Trotz ist die Grafik von „Forza Motorsport 7“ natürlich wieder erstklassig. Nicht nur, dass Strecken und Fahrzeuge in gewohnter Qualität daherkommen, alles was mit Witterung zu tun hat, sieht mittlerweile einfach nur großartig aus. Der Himmel ist deutlich überzeugender, als es noch beim Vorgänger war, und auch beim Niederschlag hat man deutliche Fortschritte erzielen können. Wir sind auf jeden Fall schon mal unheimlich gespannt, wie das Ganze auf der Xbox One X aussehen wird.

Mit der Musikuntermalung ist es in den Spielen der „Forza“-Hauptreihe mittlerweile ja so ein Ding: Während man etwa in „Forza Motorsport 2“ noch einen richtigen Lizenzsoundtrack hatte, gab es danach „nur“ noch speziell für den jeweiligen Titel komponierte „Scores“. Nicht wenige Spieler tun diese als „Fahrstuhlmusik“ ab – und es ist natürlich eine berechtigte Frage, ob treibende Rocksongs und coole Elektronik-Klänge nicht die bessere Wahl gewesen wären. Aber das fällt wohl in die Rubrik „Geschmackssache“.

Noch immer ungeschlagen

Okay, „Forza Motorsport 7“ mag jetzt, wie auch schon die Vorgänger, keine echte Rennsimulation sein – das ist aber auch gar nicht der Anspruch, den Turn 10 und Microsoft an ihr Steckenpferd haben. Je nach Fahrhilfen und Schwierigkeitsgrad der KI kann es dennoch sehr anspruchsvoll sein, als erster ins Ziel zu kommen. Man verfolgt eben gleich mehrere Ansätze,  um die Spieler fesseln können: Solide Spielmechanik, abwechslungsreiche Renn-Events und natürlich wird auch noch die Sammelleidenschaft in allen Facetten bedient.

Und so ist „Forza Motorsport 7“ für Rennsportfreunde die erste Adresse – trotz immer zahlreicher werdender Konkurrenz. Und auch, obwohl es in der Geschichte der Reihe gelegentlich zu mehr oder minder starken Ausrutschern beim Wirtschaftssystem kam. Das dürfte auch im aktuellen Ableger für so manche Änderung und einigen Verdruß bei den Spielern sorgen.

Bewertung

Präsentation - 92%
Gameplay - 89%
Umfang - 93%

91%

Gesamt

“Forza Motorsport 7“ hat es geschafft und die Reihe noch ein bisschen weiter nach vorne gebracht. Beim Umfang gibt es sowohl bei den Strecken als auch bei den Fahrzeugen teils deutliche Zuwächse, die größten Änderungen warten aber im Wirtschaftssystem: Autos sind in Sammlerklassen eingeteilt, man kann sie nicht einfach so kaufen, nur weil das Geld da ist. Das bringt einen eigenen Satz Probleme mit sich, der sich mit der Zeit bestimmt in Wohlgefallen auflösen wird, aber aktuell ein wenig drückt. Dennoch gibt es für den durchschnittlichen Racing-Fan aktuell einfach nichts Besseres.

Benutzerwertung: 4.4 ( 1 Stimmen)

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