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Review: Hitman: The Complete First Season

Man kann es nicht anders sagen: Noch bevor wir die erste Episode von „Hitman“ zu Gesicht bekommen haben, gab es jede Menge Hin und Her von Seiten der Entwickler. Man war sich lange unklar darüber, in welcher Form das Spiel erscheinen soll, bevor man sich letztendlich für die mittlerweile bekannte Episodenweise entschieden hat. Aber erst jetzt hat man den Spielern, die nicht in Häppchen, sondern am Stück spielen wollen, die „Hitman: The Complete First Season“ geliefert. Ob sich das Warten gelohnt hat, erfahrt Ihr in unserem Test.

Your favourite Assassin

Es ist eigentlich schon amüsant: Ein Videospiel versetzt uns in die Gestalt eines Auftragskillers, einer eigentlich „schlechten“ Person, und wir können uns mit der Figur auch noch identifizieren. Dabei hilft sicherlich die Tatsache, dass wir anfänglich einen Ausflug in die Vergangenheit von Agent 47 machen – sowohl als Tutorial, als auch als Story-Aufhänger. Was uns darüber hinaus erwartet, überrascht indes nicht: Wir müssen an den verschiedensten Schauplätzen Ziele ausschalten und verschiedene Gegenstände sichern.

Was zum Release der ersten Episode seinerzeit noch nicht abzusehen war: Die Entwickler von IO Interactive boten bislang schon beinahe beispiellosen Support für ihr Produkt. Man hat sich nicht einfach nur damit zufrieden gegeben, den Zockern die Episoden vor die Füße zu werfen, man hat mittlerweile zwanzig „Elusive Targets“ (Sonderziele, die nur einen kurzen Zeitraum in den verschiedenen Orten zu finden und auszuschalten sind) und diverse Bonusepisoden veröffentlicht.

Klar, davon hat der Käufer von „Hitman: The Complete First Season“ nur eingeschränkt etwas – wenn das erste „Elusive Target“ nur fünf Tage im Mai 2016 unterwegs war, hilft das dem Neuling nichts mehr. Man darf aber davon ausgehen, dass es solche Aktionen auch noch längerfristig geben wird, schließlich ist ja mindestens noch eine zweite Season angekündigt. Letztendlich muss man aber nicht befürchten, allzu schnell auf dem Trockenen zu sitzen.

Der Würger von Sapienza

Gameplay-technisch hat man sich deutlich von dem entfernt, was etwa „Hitman: Absolution“ seinerzeit auf Xbox360 und PS3 zauberte. Man verzichtet auf komplett durchgescriptete, beinahe schlauchige Abschnitte und überlässt dem Spieler jede nur denkbare Möglichkeit, seine Aufgabe zu bewältigen. Ihr fühlt Euch wie die Ein-Mann-Version von Seal Team Six und wollt ohne Rücksicht auf Verluste schnell und hart zuschlagen, um danach direkt zu verschwinden? Nicht ratsam, aber möglich. Lieber sorgsam geplant aus dem Verborgenen operieren und dann scheinbar zufällig loslegen? Oder doch als Arbeitskraft getarnt in aller Öffentlichkeit einen Unfall vorbereiten?

Dabei wird eine Sache schnell klar: „Hitman“ ist ein formidabler Sandkasten für Strategen. Die Sorge, man würde einmal durch die Episoden rennen und danach gäbe es keinen Wiederspielwert, ist völlig unbegründet. Wenn man sich mit dem Spielprinzip an sich anfreunden kann, kann man viele Dutzend Stunden damit verbringen, bessere oder zumindest andere Ansätze zu finden, wie man die jeweilige Mission über die Bühne bringen könnte.

Die Welt, die uns gefällt

„Hitman: The Complete First Season“ führt uns an sechs verschiedene Schauplätze in Frankreich, Italien, Marokko, Thailand, den USA und Japan. Auch wenn bei diesen sicherlich auch qualitative Unterschiede zu erkennen sind – meckern kann man über die Spielwelt, in der sich unser Attentäter verdingt, wirklich nicht. Alles ist lebendig und voller Details, es zeigt sich, dass die Entwickler mehr Zeit hatten, als es bei einem übereilten Komplett-Release der Fall gewesen wäre. Jeder Schauplatz hat ein eigenes „Feeling“ und unterscheidet sich von den anderen, Langeweile kann da so schnell nicht aufkommen.

Und auch technisch hat sich Einiges seit dem Release der ersten Episode im März getan. Bei IO Interactive hat nicht einfach nur neue Episoden gestrickt, man hat sich angehört, wo die Spieler noch Mängel sehen und hat diese behoben. Das ist eben der große Vorteil daran, wenn man ein Episoden-Game wie „Hitman“ als Komplettwerk nach fast einem Jahr Reifezeit erwirbt. Kleiner Makel: Die Sprachausgabe liegt nur in englischer Sprache vor, Menschen die derer nicht mächtig sind, müssen sich mit deutschen Untertiteln zufrieden geben.

Aufträge für den Auftragskiller

Kein wirklich neues Feature in „Hitman: The Complete First Season“ sind die sogenannten „Contracts“. Das ist sozusagen die kreative Komponente des Spiels, in der wir unsere eigenen Herausforderungen erschaffen und mit Freunden teilen können. Zumindest theoretisch ist das ein weiterer Garant für monate- wenn nicht gar jahrelangen Spaß, es kommt aber natürlich darauf an, wie sehr man sich für das Spiel und dessen Konzept begeistern kann. Es soll sie ja noch geben, die Zocker, die einen Titel nahezu in- und auswendig kennen und nicht alle zwei Wochen den nächsten kaufen. Wenn sich da zwei oder mehr finden, die sich gegenseitig vor Herausforderungen stellen, kennt der Spaß wohl kein Ende.

Es ist einmal mehr die Vielseitigkeit, die uns bei „Hitman: The Complete First Season“ begeistert: Es gibt immer etwas zu tun, an einem Wochenende darf man sich über ein Elusive Target hermachen, zwischendurch dann Contracts von Freunden, und die Aufträge in den sechs Episoden sind ja auch noch da und bieten vom ersten bis zum letzten Auftrag Abwechslung und Unterhaltung.

Das volle Pfund

Angesichts der guten Berichte über die einzelnen Episoden von „Hitman“ dürfte es so manchem Fan der Reihe schwergefallen sein, bis zum Release von „Hitman: The Complete First Season“ zu warten. Die Gründe dafür sind vielfältig und reichen von „Ich möchte ein Spiel im Regal stehen haben“ über „Meine Internetleitung ist zu mies, um komplette Spiele herunterzuladen“ bis hin zu „Ich möchte so ein Erlebnis am Stück genießen und nicht über ein Dreivierteljahr verteilt“. Falls Ihr bislang aber Zurückhaltung geübt hat, ist jetzt der perfekte Zeitpunkt gekommen. An „Hitman: The Complete First Season“ gibt es fast nichts zu meckern, Fans der Reihe – und solche, die es noch werden wollen – erhalten hier ein vielseitiges Gesamtpaket, dessen Kauf sich auf jeden Fall lohnt.

Bewertung

Präsentation - 86%
Gameplay - 85%
Umfang - 92%

88%

Gesamt

Schon nach dem Test der ersten Episode vor fast einem Jahr waren wir davon überzeugt, dass „Hitman“ auch über den Einstieg hinaus Einiges bieten wird. Und tatsächlich: „Hitman: The Complete First Season“ beweist, dass eine Erscheinungsweise in Episoden keineswegs ein Nachteil sein muss. Wer bis zum Release warten konnte, hat zwar 19 Elusive Targets verpasst, bekommt jetzt aber ein formidables Gesamtpaket, das potentiell für Wochen oder gar Monate begeistern wird. Falls Ihr der Thematik auch nur das Geringste abgewinnen könnt, lasst Euch „Hitman“ nicht entgehen!

Benutzerwertung: Bewerte als erstes!
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