Sonntag, 17. Dezember 2017
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Review: LEGO Marvel Avengers

Gibt es eigentlich irgendein Erfolgsformat, das derartig häufig neu aufgelegt wurde wie das der LEGO-Games? Kaum ein wirklich populäres Franchise wird da ausgespart, und trotz der Tatsache, dass die die Spiele im Kern doch verdammt stark ähneln, sind die Titel aus dem Hause Traveller’s Tales noch immer ziemlich populär bei Jung und Alt. Mit „LEGO Marvel’s Avengers“ widmet man sich einmal mehr den Superhelden aus dem gleichnamigen Universum – und was das Ganze zu bieten hat, erfahrt Ihr in unserem Test.

Schon wieder?

Es dürfte Euch vermutlich nicht groß überraschen, dass sich auch „LEGO Marvel’s Avengers“ an den alten Werten orientiert. Soll heißen: Wenn Ihr in den letzten zehn Jahren mal ein LEGO-Game gezockt habt, wisst Ihr schon ziemlich genau, was beim jüngsten Ableger der Reihe auf Euch wartet. Durch die clevere Zusammenarbeit verschiedener Charaktere mit unterschiedlichen Fähigkeiten lösen wir Rätsel und besiegen Gegner, dabei sammeln wir allerhand LEGO-Steine auf, es gibt Sammelobjekte und gelegentlich wird sogar eine Kleinigkeit gebaut.

Wirklich interessant ist das allerdings nach all den Vorgängern nur deshalb, weil man es schafft, Story und Charaktere besonders charmant darzustellen. In der Regel sind die LEGO-Games mit jeder Menge Humor gesegnet und überdies absolut kindgerecht. Da muss man sich selbst bei eigentlich ernsteren Themen keine Gedanken darüber machen, dass die Kids als Kernzielgruppe damit nur schlecht zurecht kämen.

Multiversum

„LEGO Marvel’s Avengers“ widmet sich nicht einer einzelnen Story – vielmehr hat man Geschichten aus „The Avengers“, „The Avengers: Age of Ultron“, „Iron Man 3“, „Thor: Die Dunkle Welt“, „Captain America: The First Avenger“ und „Captain America: The Return of the First Avenger“ zusammengetragen. Dabei hüpft man aber recht hemmungslos durch das Marvel-Universum, einen Zusammenhang zwischen den verschiedenen Story-Fragmenten sucht man leider vergeblich.

Die zusätzlichen Vorlagen haben aber auch so ihre Vorteile – und zwar schon alleine deshalb, weil es gegenüber dem letzten Marvel-LEGO-Game nicht nur eine Hub-Welt gibt, sondern gleich mehrere, die man aus den Filmen kennt. So darf man etwa in Asgard herumheizen oder aber in der sonnigen Wärme von Südafrika nach neuen Aufgaben suchen. Außerdem gibt es ab sofort Koop-Combo-Attacken. Im Großen und Ganzen war es das dann aber auch in Sachen „Neuigkeiten“, ansonsten braucht man sich nicht auf viele Überraschungen einrichten.

Welch Vielfalt!

Mit dem reinen Durchspielen der verschiedenen Missionen ist es für echte LEGO-Fans natürlich noch nicht getan. Der wahre Spaß kommt eigentlich erst hinterher, wenn man mit den nach und nach freigeschalteten Charakteren bislang unzugängliche Gebiete betreten und weitere Minifiguren befreit. Wenn man wirklich alles zu 100% komplettieren möchte, ist man wohl locker 100 Stunden beschäftigt, wenn nicht mehr. Diesbezüglich nehmen sich die verschiedenen LEGO-Games aber nicht viel.

Die Charaktere hingegen sind immer wieder ein Vergnügen – und da macht auch „LEGO: Marvel’s Avengers“ absolut keine Ausnahme. Für Fans der Superhelden ist das natürlich eine absolute Wohltat – selten kann man seine Lieblinge in derart verrückten Kombinationen über den Bildschirm huschen sehen. Ähnlich erfreulich sieht es auch mit der Präsentationsseite aus.

Wie gemalt

Zwar würden wir jetzt nicht behaupten, dass sich an der Qualität der Optik von „LEGO: Marvel’s Avengers“ gegenüber den Vorgängern etwas Maßgebliches getan hätte, trotzdem sieht die Umsetzung der Superhelden in die Videospielwelt einfach fantastisch aus. Hinzu kommt die Tatsache, dass man sich wirklich nicht zu ernst nimmt – es gibt ständig etwas zu lachen, so dass das Ganze nicht nur für Genre-Fans und Kinder zu einer unterhaltsamen Angelegenheit wird. Die Art und Weise, wie bestimmte Szenen aus den verschiedenen Filmen in das LEGO-Universum übernommen wurden, sprüht nur so vor Humor, Klamauk und Liebe zum Detail.

Während die Musikuntermalung praktisch keinerlei Kommentare bedarf – schließlich handelt es sich dabei um Stücke aus den Filmen – muss man über die Sprachausgabe ein paar Worte verlieren. Konkret handelt es sich hierbei um eine Mischung aus originalen Aufnahmen aus den Filmen, es gibt es aber auch extra für das Spiel aufgezeichnete Textphrasen bei diversen Charakteren. Insgesamt hat man also ungefähr den gleichen Ansatz gewählt wie seinerzeit bei „LEGO Jurassic World“.

Ja nun…

Es ist ein gewohntes Bild, das uns „LEGO: Marvel’s Avengers“ vor die Füße wirft. Neuigkeiten beschränken sich auf ein Minimum – und das ist vor allem für die Spieler ein Problem, die zwar die verschiedenen Franchises mögen, die LEGO und Traveller’s Tales für ihre Games verwursten, aber ein gewisses Sättigungsgefühl nicht ganz leugnen können. Klar, es gibt die Fans, die einfach nicht genug vom zugegebenermaßen bewährten Gameplay bekommen können – aber sind die wirklich so zahlreich, dass man jetzt schon über ein Jahrzehnt auf die gleiche Mechanik setzen kann?

Insofern fragen wir uns natürlich, wie die Zukunft der LEGO-Games aussehen wird. Macht Traveller’s Tales auch das nächste Jahrzehnt noch voll und erweitert eventuell einfach nur die Anzahl der Hub-Welten? Wie lange sind die Spieler bereit, das mitzumachen? Wir sehen – trotz des für sich allein betrachtet recht gelungenen „LEGO: Marvel’s Avengers“ – wirklich die Notwendigkeit für ein ordentliches Quantum Frische im Format.

Bewertungen

Grafik - 8
Sound - 8.1
Gameplay - 7.4
Umfang - 7.8
Multiplayer/Onlinemodus - 7.5

7.8

Gesamt

Wenig überraschend ist "LEGO: Marvel's Avengers" eine solide Veranstaltung - schließlich basiert das Spiel auf den gleichen Grundlagen wie schon unzählige LEGO-Games zuvor. Das macht den Titel an und für sich zwar nicht schlechter, wenn man aber schon Jurassic World, Star Wars, Batman, Indiana Jones, den Fluch der Karibik und andere Ableger gezockt hat, dann wird es zwangsläufig irgendwann zu Ermüdungserscheinungen kommen. Ein paar kleinere frische Features mag es zwar geben, letztendlich ist aber für jeden sofort ersichtlich, was sich hinter dem Cover versteckt. Das stört einen oder man mag es - mehr gibt es darüber wohl nicht zu sagen.

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