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Review: Masters of Anima

Mit „Masters of Anima“ liefert uns Passtech Games jetzt ein neues Indie-Abenteuer, das den Fokus auf taktische Kämpfe setzt. Was hier klobig klingt, könnte aber durchaus für Begeisterung sorgen, wenn man so etwas richtig umsetzt. Ob das gelungen ist und wie viel Spaß Ihr für die verlangten 19,99 Euro bekommt, erfahrt Ihr in unserem Test.

Rache ist Blutwurst!

„Masters of Anima“ erzählt uns die Fantasy-Geschichte einer Welt, in der seit Jahrtausenden sogenannte „Former“ mit der Aufgabe betraut sind, Soldaten zur Verteidigung gegen böse Mächte aus einer Materie namens „Anima“ herzustellen. Ganz konkret begleiten wir einen jungen, sich vor der finalen Prüfung befindlichen Former namens Otto, dessen Verlobte Ana von einem fiesen Feind dreigeteilt wurde. Immerhin: Tot ist die Gute noch nicht, denn mit Hilfe des Anima und der Helfersoldaten können wir Ana zurück ins Leben bringen und ganz nebenbei die Invasion des Bösen zurückschlagen.

Wir beginnen die Geschichte pünktlich zur finalen Prüfung, und die stellt für uns so eine Art Tutorial dar. Dabei lernen wir, wie wir über die Anima-Essenz zunächst starke Schildträger und dann noch andere Einheitentypen mit anderen Eigenschaften herstellen – insgesamt kann man mit bis zu hundert der kleinen Begleiter unterwegs sein. Ähnlich wie bei klassischen Echtzeitstrategiespielen kann man einzelnen Einheiten oder auch gleich einer ganzen Gruppe Befehle geben, und im Idealfall beachtet man dabei auch die Stärken und Schwächen der einzelnen Einheitenklassen.

Immer mittendrin

Was im Tutorial noch recht logisch und auch einfach erscheint, wird schon nach kurzer Zeit zur echten Herausforderung: Es reicht nicht aus, einfach nur den Angriffsbefehl an die Soldaten weiterzugeben, denn die sind zwar tatkräftig, aber auch ziemlich dumm. Wir erkennen zwar durchaus, wenn ein Gegner kurz davor ist, einen Rammangriff zu starten oder mit einem Felsen zu werfen, unsere Helfer erfassen so etwas aber nicht und verlassen sich darauf, dass wir sie aus der Gefahrensituation herausholen.

Die Soldaten, die wir erschaffen und begleiten, sind aber andererseits auch Kanonenfutter und ersetzbar. Dabei muss man aber stets den Bestand an Anima-Kugeln im Auge behalten, nicht, dass man am Ende ohne dasteht. Verlorene Einheiten müssen ersetzt werden, wir dürfen als Otto auch noch ordentlich austeilen, und wenn noch ein zweiter Gegner dazu kommt, wird es endgültig so richtig chaotisch. Da muss man schon ordentlich stressresistent sein, und geschenkt wird einem bei „Masters of Anima“ auch fast nichts.

Immer der Nase nach

„Masters of Anima“ bietet bei all dem keine offene Spielwelt, vielmehr liefern uns die Entwickler eine Reihe von ziemlich linear aufgebauten Leveln – und in denen ist natürlich alles durchgescriptet. Hinzu kommen einige recht leicht zu durchschauende Rätsel, und all das ist für ein Spiel in dieser Preisklasse und mit dem Ziel, den Spieler etwas in Hektik zu versetzen, auch durchaus in Ordnung.

Es gibt aber auch ein paar unschönere Punkte: Bisweilen kam es in der von uns getesteten Xbox-Fassung auch mal zu kräftigen Ruckeleien, wenn so richtig viel auf dem Bildschirm los war. Das geschah nicht regelmäßig, sollte aber dennoch nicht unerwähnt bleiben. Viel schwerwiegender fanden wir allerdings, wie überladen die Steuerung wirkte. Es braucht schon seine Zeit, bis man das alles intuitiv auf dem Kasten hat, bis dahin kommt es durchaus vor, dass man Einheiten versehentlich in ihre Anima-Kugeln zerlegt anstatt sie wie geplant zu sich zu rufen. „Masters of Anima“ bietet gefühlt zu viele Funktionen für den Controller: Einzelne Einheiten oder Gruppen markieren, Angriffs- und Marschbefehl, neue Einheiten erschaffen oder alte auflösen, Kriegsschrei, eigene Angriffe und, und, und.

Meisterlich?

Trotz dieser Kritik finden wir, dass „Masters of Anima“ echten Charme besitzt. Eine nette Aufmachung inklusive englischer Sprachausgabe, ein spannendes Konzept und natürlich auch der taktische Tiefgang lassen uns über so manche Schwierigkeit hinwegsehen – manchmal muss man einfach die Bereitschaft besitzen, eine Spielmechanik zu erlernen. Wenn man wirklich alles nachgetragen bekommen möchte, ist „Masters of Anima“ vermutlich nicht der richtige Titel für Euch.

Falls Ihr aber eine Herausforderung mögt, Euch selbst bei den einzelnen Levels immer wieder verbessern wollt, Eure Kampftaktiken optimieren möchtet – dann bekommt Ihr hier für einen sehr fairen Preis ein anständiges Spielerlebnis mit Tiefgang (verschiedene Einheitentypen, Skilltree für Spieler und Einheiten, Kampf-Rating,…) geboten. Da könnte man die knapp 20,- Euro auch deutlich schlechter investieren.

Masters of Anima – Gameplay Trailer

Bewertung

Präsentation - 75%
Gameplay - 78%
Umfang - 72%

75%

Gesamt

“Masters of Anima“ ist ein gutes Beispiel dafür, wieso Indie-Games so wichtig sind - die Entwickler trauen sich eher, Risiken einzugehen und auch mal eher ungewöhnliche Konzepte zu verfolgen. Beides ist bei „Masters of Anima“ geglückt, allerdings hat das auch einen für manche Spieler zu hohen Preis: Die Steuerung wirkt überladen und man benötigt relativ lange, diese zu verinnerlichen. Wenn Ihr damit kein Problem habt, solltet Ihr ruhig mal einen Blick auf das Spiel werfen, denn an Charme mangelt es „Masters of Anima“ nicht.

Benutzerwertung: Bewerte als erstes!

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