Dienstag, 25. September 2018
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Review: Mittelerde – Schatten des Krieges

Und wieder ein Nachfolger: „Mittelerde: Schatten des Krieges“ schickt sich an, seinen Vorgänger „Mittelerde: Mordors Schatten“ zu beerben. Eine anspruchsvolle Aufgabe, schließlich handelt es sich dabei um einen durchaus veritablen Action.Titel. Können die Entwickler von Monolith da noch einen draufsetzen? Lest unseren Test und findet es heraus.

Zurück nach Mittelerde

Da ist Talion nun und findet sich mitten im neuen Abenteuer wieder. Einmal mehr vom Elbenschmied Celebrimbor beseelt, muss er Sauron und dessen Schergen Einhalt gebieten. Celebrimbor hat hierzu eine geradezu irrwitzige Idee: Lasst uns doch einen neuen, allmächtigen Ring schmieden. Es kommt, wie es kommen muss: Der Ring ist weg, und wir stehen ganz schön verdattert da. Nun liegt es am Spieler, alles wieder in geordnete Bahnen zu bringen.

Und damit können wir auch schon zum Gameplay kommen: Es dürfte Euch kaum verwundern, dass sich dieses rein prinzipiell gar nicht so sehr von dem des Vorgängers unterscheidet. Wir wandern, reiten oder fliegen neuerdings auch durch die offene Spielwelt, in der unzählige Haupt- und Nebenmissionen auf uns warten. Wird man von Feinden gesichtet, darf man sich auf eine kriegerische Auseinandersetzung gefasst machen – wie gehabt.

Mittelerde: Extended Edition

Und trotzdem weiß „Mittelerde: Schatten des Krieges“ zu glänzen – und das liegt in erster Linie daran, dass der Titel jedes Element, dass den Vorgänger ausmachte, kompromisslos weiter verbessert. Talion ist deutlich beweglicher als je zuvor, es gibt spannendere und flexiblere Upgrades, man darf wie bereits erwähnt die Spielwelt auf dem Rücken eines Drachens erkunden. Und natürlich ist auch das tolle „Nemesis“-System aus dem Vorgänger nicht nur vorhanden, sondern auch gleich noch in verbesserter Form enthalten.

Konkret versteckt sich dahinter ein spannendes System, das Beziehungen zwischen verschiedenen Ork-Charakteren beschreibt. Die Rangfolge und Mächtigkeit der einzelnen Gegner verändert sich ständig, das Machtgefüge ist völlig dynamisch. Gegner, die den Spieler bezwingen, steigen in der Hierarchie auf. Man muss sie auch nicht zwangsläufig killen, sondern darf sie auch verschonen und für die eigenen Zwecke rekrutieren. Das Ganze ist so komplex, dass es fast wie ein Spiel im Spiel wirkt. Gerade im Endgame steckt hier der Löwenanteil des Contents.

Des Teufels General

„Rekrutieren“ ist ein wichtiges Stichwort, denn eines unserer obersten Ziele ist das Erschaffen einer Ork-Armee, die uns bei großen Schlachten helfen soll. Das kannte man in dieser Form beim Vorgänger nicht, und das ist auch tatsächlich ziemlich cool. Zu keinem Moment fühlt sich das wie eine lästige Pflicht an, da steckt tatsächlich jede Menge Spaß, Motivation und Spielumfang drin.

Und hier kommt ein weiterer Aspekt zum Tragen: Die Mikrotransaktionen. „Mittelerde: Schatten des Krieges“ bringt die derzeit omnipräsenten Lootboxen mit. Das sorgte schon im Vorfeld der Veröffentlichung für einigen Ärger bei den interessierten Spielern, zumal diese Lootboxen legendäre Orks für die eigene Sammlung enthalten. So schlimm wie vermutet oder befürchtet ist das alles aber nicht ausgefallen – man kommt ganz ohne den Einsatz von Echtgeld zu Rande. Im Gegenteil: Da das Rekrutieren verprügelter Orks einen Großteil vom Reiz von „Mittelerde: Schatten des Krieges“ ausmacht, nimmt man sich als Lootbox-Käufer ohnehin sehr viel vom Spielspass. Einmal mehr gilt: Es wird nichts so heiss gegessen, wie es gekocht wird.

Lord of the Ring

Nun muss man natürlich dazu sagen, dass sich „Mittelerde: Schatten des Krieges“ nur lose an der Lore von „Der Herr der Ringe“ orientiert. Ein Fanatiker sollte man dahingehend also nicht sein – wenn man sich an derlei Dingen stört, hilft wohl die beste Story nichts. Die ist nämlich tatsächlich recht ordentlich ausgefallen, rückt aber – je nach eigenem Tempo und wie oft man Nebenaktivitäten einschiebt – etwas in den Hintergrund.

Dafür ist die Präsentation des Ganzen aber auch ziemlich makellos ausgefallen – und das schon auf den „einfachen“ Konsolen. Tolle Cutscenes, ordentliche In-Game-Grafiken und natürlich auch eine hochwertige Beschallung, bestehend aus tollem Soundtrack und astreiner deutscher Sprachausgabe. Da warten wir mit Spannung auf den Release der Xbox One X – dort gibt es wohl eine bedeutend eindrucksvollere Grafik.

Multiplayer… oder so

„Mittelerde: Schatten des Krieges“ bringt noch eine weitere Neuerung mit – und zwar eine Multiplayer-Komponente. Doch haltet den Atem noch nicht an, denn so richtig aufregend ist das alles nicht. Man bietet uns nicht die Möglichkeit, Seite an Seite gegen Saurons Schergen anzutreten, es gibt auch keine PvP-Komponente. Stattdessen gibt es einen sogenannten „asynchronen Multiplayermodus“.

Soll bedeuten: Andere Spieler können versuchen, unsere Festung anzugreifen – und das völlig unabhängig davon, ob wir nun online sind oder nicht. Das Ganze spielt sich nämlich in einer anderen Instanz ab, wenn unsere Festung von gegnerischen Angreifern übernommen wird, merkt man davon auf dem eigenen Spielstand nichts. Lustige Idee? Zweifelsohne. Mehr als ein kleines Gimmick für zwischendurch, um der eigenen Ork-Armee noch ein wenig mehr Legitimation zu verschaffen, ist das Ganze jedoch nicht.

Eine neue Ära

Nun ist es zwar wirklich so, dass „Mittelerde: Schatten des Krieges“ an der Erfolgsformel des Vorgängers nicht mehr viel ändert, allerdings haben die Entwickler von Monolith bestehende Stärken teils signifikant ausgebaut. Manchmal ist das – wie etwa beim Multiplayer-Extra – nicht ganz so überzeugend gelungen, im Allgemeinen ist „Mittelerde: Schatten des Krieges“ aber ein Titel, der noch mehr Spaß macht als der Vorgänger. Ein Titel, der eine eindeutigere Richtung einschlägt.

Es wirkt fast so, als würde das „Nemesis“-System erst jetzt so richtig Sinn ergeben, als gäbe es neben den Hauptmissionen so viel zu tun, dass diese quasi in den Hintergrund treten. Gepaart mit der ohnehin schon sehr soliden Kampfmechanik gibt es hier ein sehr gutes Gesamtpaket, in dem jede Menge Unterhaltung steckt. Falls Ihr ein Faible für Fantasy-Action auf hohem Niveau habt, seid Ihr hier gut aufgehoben.

MITTELERDE: Schatten des Krieges – Launch Trailer Deutsch HD German (2017)

Bewertung

Präsentation - 84%
Gameplay - 86%
Umfang - 81%

84%

Gesamt

„Mittelerde: Schatten des Krieges“ wurde sehnsüchtig erwartet - und enttäuscht auch nicht. Stärken des Vorgängers wurden konsequent ausgebaut, und zwar bis zu dem Punkt, an dem die Features erst jetzt so richtig Sinn ergeben. Das wirkt auch nach dem Vorgänger noch frisch und unverbraucht, da stecken unzählige Stunden Spielspaß drin. Action-Fans kommen hier voll auf ihre Kosten, echte Mängel gibt es nicht zu vermelden.

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