Samstag, 15. Dezember 2018
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Review: Monster Energy Supercross

Es wird ernsthaft mal wieder Zeit für ein neues Cross-Game – und da kommt „Monster Energy Supercross“ aus dem Hause Milestone ja gerade recht. So etwas kann sich in alle Richtungen entwickeln, ein lahmes Matschfest, eine eher trockene Simulation oder auch ein kurzweiliges Action-Spektakel. Wir haben uns den Titel angeschaut und verraten Euch, ob sich der Kauf lohnt.

Kickstart

„Monster Energy Supercross“ zählt zu den Spielen, die sich an eine eher eng gesteckte Zielgruppe wenden – gerade hierzulande gibt es ja nicht gerade ein Millionenpublikum, dass sich mit Motocross beschäftigt. Und das ist ja schon beinahe das Steckenpferd von Milestone aus Italien, dort hat man über die Jahre einen beträchtlichen Erfahrungsschatz gesammelt. Und zwar nicht nur in Hinsicht auf Racing-Games im Allgemeinen, sondern auch in Hinsicht darauf, Nischensportarten überzeugend umzusetzen.

Und erfreulicherweise darf man auch dieses Mal auf eine offizielle Lizenz zurückgreifen – es geht um die gleichnamige Liga. Nun müssen wir einfach glauben, was man uns verspricht, da wir uns in diesem Sektor nicht wirklich auskennen, aber es heißt zumindest, dass man nicht nur Fahrer und Bikes aus der offiziellen Supercross-Liga komplett übernommen hat, es gibt auch die offiziellen Strecken, Stadien und Ligen. Das ist natürlich in erster Line ein Bonus für echte Fans, Spieler, die einfach nur mit dem Moped über Hügel springen wollen, dürften davon nicht viel haben.

The Usual Suspects

Wir können es gleich vorwegnehmen: In Sachen Spielmodi gibt sich „Monster Energy Supercross“ eher konservativ: Freie und Multiplayer-Rennen fehlen ebenso wenig wie der obligatorische Karriere-Modus, in dem wir mit einem selbst erstellten Fahrer (oder aber einer Fahrerin!) den Weg an die Spitze der Liga antreten. Diesbezüglich gibt es wirklich nicht viel zu berichten, die Modi funktionieren wie erwartet und bieten nur wenige Überraschungen.

Kreative Naturen kommen bei „Monster Energy Supercross“ aber durchaus auf ihre Kosten. Das liegt nicht etwa daran, dass man eigene Fahrer erstellen kann, sondern am Streckeneditor (der allerdings in der Switch-Version nicht enthalten ist). Dieser ist wirklich absolut großartig, denn Milestone ist hier ein Kunstgriff gelungen: Erste Strecken kann man recht intuitiv und ohne lange Einarbeitung erstellen, gleichzeitig bietet der Editor aber unter der Haube so viel Komplexität, dass man nahezu jede erdenkliche Streckengestaltung verwirklichen kann.

Das alleine wäre zwar ganz okay, aber eben nicht abendfüllend – hier kommt dann die Möglichkeit, die Strecken mit anderen Nutzern zu teilen, ins Spiel. Es gibt quasi einen unbegrenzten Nachschub an Erzeugnissen anderer Spieler, und so kann man sich wochen- wenn nicht gar monatelang mit „Monster Energy Supercross“ beschäftigen – vorausgesetzt natürlich, man hat bei dieser Art Spiel einen derartig langen Atem.

Matschspritzer und Hügel

Es mag etwas nach Klischee klingen, beim Supercross geht es aber tatsächlich darum, durch Schlamm und über Hügel möglichst als erster durch die Ziellinie zu fahren. Dass man hier keine Design-Wunder vollziehen kann, dürfte sich von selbst verstehen. Aber man kann eine vielseitige Physik-Engine anbieten – und genau das ist es, was Milestone in „Monster Energy Supercross“ gelungen ist.

Nun kann man zwar nicht behaupten, dass der Titel eine Simulation sei – man richtet sich in erster Linie an Spieler, die einfach losfahren und sich gegen die Konkurrenz durchsetzen wollen. Gleichzeitig müssen wir aber auch zugeben, dass man ohne Fahrhilfen schon ganz schön zu tun hat, um einen der vorderen Plätzen zu belegen. Man muss nicht nur die Gangschaltung selbst bedienen, auch die Gewichtsverlagerung spielt eine deutlich größere Rolle als in der einfachsten Variante.

Ab in den Mixer

Mit der Aufmachung ist das bei „Monster Energy Supercross“ so eine Sache: Fahrer, Motorräder und Strecke sehen recht ordentlich aus, alles, was sich nicht direkt im Vordergrund befindet, kommt aber eher trostlos daher. Das ist sicherlich der Tatsache geschuldet, dass man nicht auf die gleichen Budgets zurückgreifen kann wie etwa Electronic Arts, die das Adjektiv „fernsehreif“ in der Videospielbranche salonfähig gemacht haben. Es ist auch kein riesiger Beinbruch, sollte aber nicht unerwähnt bleiben. Im Allgemeinen würden wir die Grafik als „anständig“ bezeichnen.

Die Soundkulisse lässt zumindest atmosphärisch nichts zu wünschen übrig. Wir können jetzt natürlich nicht sagen, ob man die Unterschiede bei den Motorgeräuschen zwischen den Klassen und den einzelnen Herstellern akkurat umgesetzt hat, aber zumindest uns als Laien ist da nichts negativ aufgefallen. Beim Soundtrack wird es – ebenfalls typisch für Milestone-Games – eher generisch, es handelt sich aber ohnehin eher um Hintergrundbeschallung, die nicht im Mittelpunkt stehen soll. Trotz deutscher Bildschirmtexte bleibt die Sprachausgabe übrigens englisch, aber auch das dürfte nur für die wenigsten Spieler ein Makel sein.

Sportliche Rückkehr

Schon länger gab es kein ordentlich Cross-Game mehr, und „Monster Energy Supercross“ schafft hier tatsächlich Abhilfe. Bestimmt handelt es sich nicht um ein Spiel, das wirklich jeden Zocker ansprechen wird, Cross-Fans sind hier naturgemäß besser aufgehoben und können die Lizenzen richtig würdigen. Dass aber auch Zocker ganz ohne Affinität zu Motocross voll auf ihre Kosten kommen, liegt aber an einem anderen Feature.

Und das ist der Streckeneditor – beziehungsweise die Möglichkeit, selbst erstellte Strecken mit anderen Spielern zu teilen. Das relativiert dann auch den Preis, der zumindest zum Launch etwas höher ist, als wir es uns für einen solchen Nischentitel gewünscht hätten. Eine solide Spielmechanik, volle Lizenzen, ein Editor zum Ausleben kreativer Anwandlungen UND ein unerschöpflicher Nachschub an neuen Strecken – da kann man nun wirklich nicht meckern.

Monster Energy Supercross – The Official Videogame |Championship Trailer

Bewertung

Präsentation - 76%
Gameplay - 78%
Umfang - 82%

79%

Unter der Box

Ganz egal, ob Ihr eingefleischte Cross-Fans seid oder einfach nur Lust darauf habt, mit virtuellen Motorrädern Schlamm spritzen zu lassen - „Monster Energy Supercross“ ist da sicherlich nicht die falsche Adresse. Die Spielmechanik ist solide und die Präsentation geht in Ordnung, aber der wahre Hit ist für uns der Streckeneditor, mit dem man nicht nur für sich selbst besondere Herausforderungen stricken, sondern diese auch mit dem Rest der Welt teilen kann. Da steckt jede Menge Potential drin, die Spielzeit kann dank endlosem Nachschub ins Uferlose getrieben werden. Für seine Nische ist „Monster Energy Supercross“ eine durchaus runde Nummer.

Benutzerwertung: Bewerte als erstes!

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