Freitag, 24. November 2017
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Review: Need for Speed Payback

Ihr wollt Euch mal so richtig alt fühlen? Schnallt Euch an: „Need for Speed“ ist jetzt 23 Jahre alt. Damit zählt die Serie zu den absoluten Traditionsreihen, wenngleich der Glanz vergangener Tage ermattet ist. Mit „Need for Speed: Payback“ wagen Electronic Arts und Ghost Games einen weiteren Versuch, die Serie zu alter Größe zu bringen. Ob das gelingt oder ob man wieder die gleichen Fehler macht wie in den letzten Teilen – das verrät Euch unser Test.

Gut oder böse?

„Need for Speed: Payback“ erzählt uns die Geschichte von Tyler Morgan, der einst mit seiner Crew illegale Strassenrennen gefahren ist, dann aber ans Messer geliefert wurde – von einem Kartell, das die Fäden in der Stadt Silver Rock zieht und sogar die Polizei kontrolliert. Mit seinen Freunden Mac und Jess geht es jetzt darum, die Machenschaften aufzudecken, sich zu rächen und die Ordnung wiederherzustellen.

Die Story ist nun nicht gerade preisverdächtig geschrieben – aber gerade in einem Arcade-Racer ist das alles ja nur ein Rahmen für jede Menge rücksichtslose Rennen. Und so läuft das auch in „Need for Speed: Payback“: Die reine Spielmechanik und das Fahrgefühl sind sehr gut gelungen und lassen wenig Anlass zum Klagen. Der Teufel steckt dann im Detail – und das ist natürlich ziemlich bedauerlich.

Das Pacing beim Racing

Die eigentliche Kampagne von „Need for Speed: Payback“ hält knappe 20 Stunden an, für ein solches Spiel eigentlich ein sehr guter Wert. Der wird aber nur dann eingehalten, wenn man sich auf direktem Weg in Richtung Finale macht. Damit meinen wir jetzt gar nicht mal das Auslassen von irgendwelchen Nebenmissionen: Man muss sich schon sehr auf einige wenige Fahrzeuge (aus einem Fuhrpark von rund 70 Stück) einschiessen, wenn man sich nicht im „Grinding“ verlieren möchte. Und das liegt schlicht und ergreifend an der Art und Weise, wie das Fahrzeug-Tuning funktioniert.

Das Aufmotzen des eigenen Racers ist absolut notwendig, um konkurrenzfähig zu sein – je stärker das Auto, umso leichter wird es natürlich, siegreich aus Rennen hervorzugehen. Gut gemacht ist hierbei, dass man tatsächlich Unterschiede vor und nach dem Aufmotzen spüren kann. Bis so ein Fahrzeug aber zu einer echten Rennmaschine wird, vergeht viel Zeit – und wenn man eine größere Zahl an Fahrzeugen dergestalt auf Vordermann bringen will, kommt man nicht drum herum, Rennen unzählige Male zu wiederholen. Oder aber die stets ärgerlichen Mikrotransaktionen in Anspruch zu nehmen. Und das ist eben ein wirkliches Problem, da das unschöne Gefühl zurückbleibt, dass man hart kämpfen muss, um alles zu bekommen, was das Spiel zu bieten hat.

Mal so, mal so

Was „Need for Speed: Payback“ aber gut macht, ist die Sache mit der Abwechslung: Es gibt nicht einfach nur simple Rennen, sondern auch andere Events wie Drift- oder Drag-Herausforderungen. Auch vor der Polizei (die ja, wir erinnern uns, vom Kartell bezahlt wird) müssen wir „Need for Speed“-typisch fliehen – allerdings dieses Mal in linearer Form. Eine rein offene Spielwelt gibt es dann nicht, die Flucht kommt in Form eines Checkpoint-Rennens daher. Weiterhin warten Sammelgegenstände oder „Scheunenfunde“, wie man es etwa aus den „Forza Horizon“-Games kennt.

Fortune Valley, der Autragungsort von „Need for Speed: Payback“, ist spannend gestaltet: Es gibt ein Gebirge, die Stadt Silver Rock, eine Wüste sowie ein Canyon-Gebiet – das wird so schnell nicht langweilig. Trotz eigentlich großer Spielwelt gibt es aber eine eher überschaubare Anzahl an Straßen – das haben andere Spiele bereits deutlich besser gemacht. Trotz der Tatsache, dass die Gestaltung der Spielwelt durchaus überzeugen kann, ist sie relativ leblos. Es gibt nicht allzu viel Beweis für menschliches Leben abseits von den direkt an der Handlung Beteiligten in Fortune Valley.

Keine Referenz

Es wäre eine Lüge, würden wir behaupten, „Need for Speed: Payback“ sähe schlecht aus. Eine totale Offenbarung ist der Titel aber auch nicht – zu wenige Details gibt es, zu wenig optischen Realismus hat das Spiel zu bieten. Zudem kommt es zumindest in der von uns getesteten PS4-Version immer wieder zu Einbrüchen der Framerate, die zwar nicht extrem ins Gewicht fallen, aber dennoch vorhanden sind.

Die Cutscenes sind an und für sich recht gut gelungen und unterstützen die Story nach Kräften – leider ist die deutsche Synchronfassung allenfalls als „mittelmäßig“ zu bezeichnen. Immerhin gibt es satte Motorengeräusche und einen sehr ordentlichen und umfangreichen Lizenz-Soundtrack mit bunt gemischten Songs von bekannten und auch etwas unbekannteren Musikern wie „Run The Jewels“, Action Bronson oder Tom Morello. Das ist eins der Gebiete, in denen Electronic Arts praktisch nie Fehler macht – hier gibt es tolle Musik mit Ohrwurmgarantie.

Auf dem Holzweg?

„Need for Speed: Payback“ ist in vielerlei Hinsicht ein Fortschritt gegenüber den letzten Ablegerm der Traditionsreihe. Das Fahrgefühl passt, die Story ist halbwegs gut gemacht und nicht selten übernimmt man recht unverblümt Ideen und Konzepte von „Burnout“ oder Ubisofts „The Crew“. Rein technisch und handwerklich ist das alles ganz ordentlich ausgefallen – erst recht, wenn die Entwickler es schaffen, die Framerate in den Griff zu bekommen. Dass es eine eher leblose Spielwelt gibt, ist zu verkraften, schließlich handelt es sich ja nicht um ein Open-World-Game wie einen „Grand Theft Auto“-Ableger.

Und trotzdem: Einige Dinge wirken störend. Klar, man kann „Need for Speed: Payback“ locker durchspielen, ohne Mikrotransaktionen in Anspruch zu nehmen. Wenn man aber den Eindruck hat, man würde ein Smartphone-Spiel zocken, das Teile der Inhalte hinter irgendwelchen Edelsteinen und Goldmünzen versteckt oder alternativ monatelanges Grinding erfordern, dann ist das für ein Vollpreisspiel eine sehr schwer hinzunehmende Einschränkung. Und das Gefühl hat man einfach, wenn schon nach kurzer Zeit schmerzhaft offensichtlich ist, dass aus der riesigen Tuningwagen-Sammlung nichts wird.

Und so ist „Need for Speed: Payback“ in erster Linie für Fans der Reihe, die viele Wochen mit einem Ableger ihrer Lieblingsserie verbringen, empfehlenswert. Alle anderen, die einfach so ein wenig Spaß mit Straßenrennen haben möchten und als Autoverrückte möglichst viele Fahrzeuge in der Garage stehen haben möchten, sollten vielleicht doch lieber warten, bis der Preis für „Need for Speed: Payback“ gefallen ist.

Bewertung

Präsentation - 78%
Gameplay - 70%
Umfang - 71%

73%

Gesamt

„Need for Speed: Payback“ macht Vieles besser als die Vorgänger, aber auch Einiges falsch. Somit reicht es nicht zur neuen Genre-Referenz, auch wenn der Titel handwerklich gar nicht so schlecht ist. Unsere Empfehlung: Wenn Ihr gerne unzählige Stunden mit einem Spiel zubringt, könnt Ihr „Need for Speed: Payback“ getrost kaufen. Autoverrückte Zocker, die möglichst viele Traumwagen tunen möchten, kommen aber schnell in den Bereich, in dem Mikrotransaktionen sehr praktikabel erscheinen.

Benutzerwertung: Bewerte als erstes!

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