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Review: One Piece: Burning Blood

Während Anime vor 25 oder 30 Jahren noch ein absolutes Nischendasein in westlichen Gefilden fristete, ist dieses Medium mittlerweile nahezu allgegenwärtig. Getreu dem Motto „Gebt den Leuten, was sie wollen“ erscheint jedes Jahr auch eine ganz Reihe von Videospielen zu den verschiedenen Serien. Als jüngster Vertreter kam jetzt „One Piece: Burning Blood“ dazu – und was der Titel auf dem Kasten hat, erfahrt Ihr in unserem Test.

Piraten wie wir

„One Piece: Burning Blood“ orientiert sich – und das ist natürlich wenig überraschend – eng an der Anime-Serie. Allerdings sollte man sich nicht der Illusion hingeben, hier einen geeigneten Einstieg in die Materie vorzufinden. Der Titel führt uns mitten hinein in die Geschichte, allerdings zu einem Punkt, der für nicht wenige Fans der Reihe einer der wichtigeren darstellen dürfte. Das liegt natürlich stets im Auge des Betrachters, unbestritten ist allerdings, dass man ein gewisses Vorwissen mitbringen muss, um der Geschichte von „One Piece: Burning Blood“ auch wirklich folgen zu können.

Anders sieht es natürlich beim reinen Gameplay aus: Hier wartet recht konventionelle Prügelaction auf uns, dieses Mal aber eher in Richtung „Tekken“ oder „Street Fighter“ gehend. Die „Musou“-artige Action vergangener Abenteuer der Serie ist offensichtlich abgeschrieben. Ein deutlicher Unterschied, dieses Mal kann also wirklich niemand behaupten, man wolle uns die ewig gleiche Basis immer wieder neu verkaufen. Je nach Situation hat man bis zu drei Kämpfer auf seiner beziehungsweise der Gegnerseite, es ist also nicht so, als habe man wirklich nur ein Einfachst-System zusammengeschustert.

Hau den Luffkas

Nun gibt es immer wieder Spieler, die befürchten, dass man ohne Einarbeitungszeit auf keinen grünen Zweig in diesen Beat-em-Ups kommt. Das ist bei „One Piece: Burning Blood“ aber absolut nicht der Fall. Hier kommt man tatsächlich auch durch mehr oder minder plumpes Buttonmashing sehr weit, nur an einigen Stellen muss man mehrere Versuche einplanen. Und das hat eben auch einen Hintergrund: Es geht in erster Linie um die Story und darum, die Spieler in die Haut ihrer Helden schlüpfen zu lassen. Deshalb sind ja auch die zahlreichen Spezialattacken so sehr an den Anime-Vorbildern aus der Serie orientiert.

Und das ist auch schon das nächste wichtige Thema: Die Charaktere. Insgesamt warten etwas über 40 bekannte Figuren aus der Serie auf die Spielerschaft. Hier lässt „One Piece: Burning Blood“ eigentlich keinen Raum für Beschwerden zu, zumal das Ganze bereits für DLC-Charaktere vorbereitet ist. Allerdings sind wir auch keine absoluten Experten in dieser Materie, es sei uns daher nachgesehen, wenn dem einen oder andern Spieler diverse Wunschcharaktere völlig fehlen.

Es gibt viel zu tun, lassen wir’s sein!

Der klassische Story-Modus von „One Piece: Burning Blood“ dürfte so manchen Spieler ein wenig ratlos zurücklassen. Der Grund hierfür ist im Umfang zu suchen – wirklich viel gibt das Spiel hier nicht her. Das ist aber gar nicht weiter tragisch, denn darüber hinaus gibt es noch jede Menge zu tun: Freies Spiel, Online-Modus, ein spannender und umfangreicher Steckbrief-Modus und der „Piratenflaggenkampf“, der auf interessante Art und Weise Kämpfe gegen KI und echte Menschen verknüpft. Zu tun gibt es also mehr als genug, wenngleich das alles natürlich auf der gleichen Kampfmechanik beruht.

Somit ist es vermutlich eine Frage der Erwartung, die die Spieler an den Titel haben. Es ist kein Anime-Rollenspiel, sondern ein Beat-em-Up mit starkem Fokus auf die Story. Und als solches sind die Kämpfe kein bis auf das kleinste Detail ausgeklügelte Veranstaltung, hier gilt „Masse statt Klasse“, ohne das jetzt wirklich böse zu meinen. Die Kämpfe dauern allesamt nicht wirklich lange und sind somit wohl kaum als „epische Schlachten“ wahrnehmbar.

Unschön ist dann allerdings, dass das Balancing fernab von perfekt ist. Das merkt man ganz schnell an der Besetzung in einem durchschnittlichen Online-Match. Hier müssen die Entwickler unbedingt noch einmal ansetzen und Verbesserungen nachliefern. Es bringt nun wirklich nichts, wenn man als routinierter Spieler mit allen Finessen nicht gegen jemanden ankommt, der einfach nur mit Volldampf und ohne Kontrolle auf irgendwelchen Buttons herumdrückt.

Fernsehreif

Wenig auszusetzen gibt es dagegen an der Präsentation und der Inszenierung von „One Piece: Burning Blood“. Die Optik kommt in bester Anime-Manier daher, da gibt es praktisch keinerlei Unterschiede. Bei der Art und Weise, wie die Story erzählt wird, teilt sich das Ganze auf in Videosequenzen und Texttafeln. Letzteres dürfte wohl in erster Linie deshalb enthalten sein, weil das japanische Publikum es so erwartet.

Dementsprechend sieht es auch mit der Sprachausgabe aus – die liegt nur in japanisch vor, dafür gibt es aber für alles deutsche Untertitel. Das mag zwar vor allem für jüngere Zocker ein wenig unpraktisch sein, letztendlich transportiert die japanische Sprache aber eine Begeisterung, eine Action, ein Gefühl, wie man es sich in deutsch kaum vorstellen kann. Wirklich notwendig ist es zumindest innerhalb der Kämpfe ohnehin nicht, völlig wachsam zu sein.

Extrablatt!

Auch nicht besonders überraschend ist die Tatsache, dass es schon zum Start diverse DLC-Pakete für „One Piece: Burning Blood“ gibt. Falls man sich für Dinge wie alternative Kostüme und zusätzliche Charaktere erwerben kann und überdies kein Problem mit Digitalkäufen hat, ist die „Digital Deluxe Edition“ ein ziemliches Schnäppchen. Für einen Aufpreis von 10,- Euro bekommt man zusätzliche Inhalte im Wert von über 30,- Euro – für den Die-Hard-Fan ist das garantiert eine tolle Sache. Unser Kritikpunkt ist hier allenfalls, dass man diese Inhalte auch der Standard-Edition hätte beilegen können. Fertiggestellt waren sie ja offensichtlich und ein wenig mehr Substanz als Ausgleich für den eher schmächtigen Story-Modus wäre doch ein feiner Zug gewesen.

Und so bleibt einmal mehr die Kaufempfehlung für Anime-Fans im Allgemeinen und „One Piece“-Fans im Besonderen – aber nur, wenn man dazu bereit ist, aus einem Spiel wirklich alles herauszuholen. Wenn für Euch ein Spiel dann abgehakt ist, wenn der Story-Modus vorbei ist, dann ist bei „One Piece: Burning Blood“ je nach Spielweise nach deutlich unter 5 Stunden der Ofen aus. Die weiteren Modi bieten da deutlich mehr, weisen aber nicht mehr die Story-Tiefe der Kampagne auf – da gilt es dann schon abzuwägen.

Bewertungen

Grafik - 8.8
Sound - 7.9
Gameplay - 7.3
Umfang - 7.6
Multiplayer/Onlinemodus - 7.8

7.9

Gesamt

Dass "One Piece: Burning Blood" sich in erster Linie an Fans und Kenner des Animes richtet, liegt auf der Hand: Man beginnt hinsichtlich der Handlung irgendwo mitten in der Storyline, ohne entsprechendes Vorwissen kommt man da nicht weit. Die Macher spielen einfach - wie in diesem Genre so üblich - mit dem Verlangen der Spieler, in die Haut ihrer Helden schlüpfen zu können. Und das funktioniert hier auch sehr gut, woran nicht zuletzt die TV-reife Aufmachung schuld ist. Leider ist gerade der Story-Modus als Kern des Spiels extrem kurz, hier hätte es mehr Umfang sein müssen. Dafür gibt es jede Menge Material "drumherum", und damit können Fans natürlich eine Menge anfangen.

Benutzerwertung: Bewerte als erstes!

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