Mittwoch, 19. Dezember 2018
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Review: Onrush

In Sachen Racer haben wir mittlerweile wohl alles gesehen, oder? Man könnte es durchaus glauben, schließlich ist das Genre schon beinahe so alt wie Videospiele an sich. Mit „Onrush“ liefern uns die Codemasters jetzt etwas, das man am ehesten als Mischung aus Racing und Team Deathmatch bezeichnen könnte. Wie gut das funktioniert und ob sich der Kauf lohnt, erfahrt Ihr in unserem Test.

Ziellos herumgefahren

„Onrush“ unterscheidet sich von anderen Racern alleine schon dadurch, dass es nicht darum geht, als Erster die Ziellinie zu erreichen – ganz unabhängig vom Spielmodus. Und doch muss man besser als die Konkurrenz abschneiden, sei es über ein höheres Punktekonto durch Boosts oder durch eine Art „Capture the Flag“-Eroberung von Schlüsselpunkten. Im Idealfall arbeitet man dabei Hand in Hand mit den Teamkollegen zusammen.

Damit ist das Spielprinzip vielleicht erschöpfend beschrieben, das Spielerlebnis ist das allerdings noch lange nicht. „Onrush“ ist eines dieser Spiele, durch das man mit einem Affenzahn rauscht und eigentlich schon längst die Kontrolle über das Geschehen verloren hat. Und trotzdem geht (zumindest tendenziell) alles gut – und das sorgt durchaus für Adrenalin und Herzklopfen.

Teamwork

Sicherlich: „Onrush“ kann man problemlos alleine spielen. Dann erlebt man aber auch wirklich nur einen Bruchteil des Reizes. So richtig spaßig wird das Ganze nämlich nur im Multiplayer-Betrieb, der funktionierte aber zumindest zum Testzeitpunkt noch nicht hundertprozentig reibungslos. Man darf aber davon ausgehen, dass dies in den nächsten Tagen oder Wochen stetig verbessert wird.

Und dann kommen wir doch gleich noch zu den Fahrzeugen. Dabei wird gar nicht so viel Aufhebens um die einzelnen Modelle gemacht wie es bei „richtigen“ Racern der Fall ist. Stattdessen setzt man voll auf verschiedene Fahrzeugklassen, und so ist vom Motorrad bis zum dicken Schlitten Einiges mit von der Partie. Da gibt es dann natürlich auch Unterschiede, was Stabilität und Fahrphysik angeht – und das ist eben auch ein wichtiges Gameplay-Element in „Onrush“.

Für das Auge

Für einen Titel, der wohl kaum mit Triple-A-Budget entstanden ist, sieht „Onrush“ recht ordentlich aus. Es geht weniger darum, das Geschehen in absolutem Fotorealismus darzustellen, stattdessen geht es ziemlich bunt zur Sache. Und vor allem mit einem ausgeklügelten und atmosphärisch einwandfreien Partikelsystem ist das Ganze gesegnet – spätestens bei einem Crash ist auf dem Bildschirm absolut die Hölle los.

Damit das auch einigermaßen abwechslungsreich bleibt, liefert „Onrush“ dem Spieler Lootboxen. Das bedeutet zunächst nicht zwangsläufig, dass man Echtgeld investieren muss. Anfänglich bekommt man ständig neue Kisten, die kosmetische Gegenstände wie Lackierungen, Skins oder Fahrzeugchassis enthalten. Je weiter man im Spiel fortschreitet, umso seltener werden diese Belohnungen. Immerhin gibt es aktuell keine Möglichkeit, diese Boxen gegen Echtgeldzahlungen zu erhalten, ob solche Mikrotransaktionen nachgereicht werden, ist aktuell noch nicht abzusehen.

Kurzweilig

Was das Gameplay angeht, gibt es bei „Onrush“ nicht viel Grund zur Beschwerde. Das Balancing ist fair, das Gefühl von Geschwindigkeit und „Kontrolle abgeben“ macht Spaß und die Spielmodi sind abwechslungsreich genug, dass man nicht schon nach kurzer Zeit die Faxen dicke hat. Für unseren Geschmack könnten es aber ein paar Rennstrecken mehr sein, da meckern wir aber auf vergleichsweise hohem Niveau, denn die enthaltenen 12 Strecken enthalten kein Füllmaterial und liegen obendrein noch in verschiedenen Settings (etwa „sonnig“ oder „Regensturm“) vor.

Besonders gut ist aber die Fahrphysik gelungen, und das macht „Onrush“ als eher ungewöhnlichen Funracer auch durchaus empfehlenswert. Vielleicht erreicht man damit nicht jeden Genre-Fan, immerhin unterscheidet sich das Gameplay ganz deutlich von beispielsweise „Mario Kart“. Es geht nicht explizit darum, einen einzelnen Gegner aus dem Weg zu räumen, man muss im Team wirken – und das bei abartigen Geschwindigkeiten.

Der etwas andere Funracer

Wer also Interesse daran hat, das Genre der Funracer aus einer anderen Perspektive zu betrachten, ist mit „Onrush“ gar nicht schlecht beraten. Die inneren Werte sind stimmig, die Optik und vor allem das Geschwindigkeitsgefühl passen durchaus – und das ist ja schon das wichtigste an so einer Sache. Dass das Lootbox-Balancing nicht ausgewogen erscheint, ist dabei gar nicht besonders tragisch, immerhin geht es nur um kosmetische Gegenstände.

Falls Ihr also Interesse an einem Funracer mit Anleihen aus dem Teamshooter-Genre habt, seid Ihr hier recht gut aufgehoben. Vielleicht handelt es sich nicht um ein Game, das in drei Jahren noch eine treue Fangemeinde hat, aber für einen überschaubaren Zeitraum wird „Onrush“ die Zocker dann doch beschäftigt halten.

ONRUSH | The Stampede is Coming | PS4

Bewertung

Präsentation - 82%
Gameplay - 78%
Umfang - 75%

78%

Gesamt

“Onrush“ ist Funracing - aber mal anders: Statt als erster durch die Ziellinie zu rauschen, gilt es, mehr Punkte als das gegnerische Team zu sammeln. Das ist dank der verschiedenen Spielmodi ziemlich unterhaltsam, wenngleich man wohl kaum über viele Monate hinweg unterhalten wird. Falls Euch das nicht stört und Ihr den finanziellen Einsatz verkraften könnt, werdet ihr mit „Onrush“ eine Menge Spaß haben.

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