Mittwoch, 19. September 2018
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Review: Raging Justice

Eigentlich war das Genre der „Sidescrolling Beat-em-Ups“ ja schon klinisch tot – Fans der Materie schlugen sich im wahrsten Wortsinne mit Klassikern wie „Streets of Rage“ herum. Doch jetzt kommen die Gaming-Dinosaurier von Team17 um die Ecke und hauen „Raging Justice“ raus. Ob der Prügler die rund 13,- Euro Kaufpreis wert ist, könnt Ihr in unserem Test erfahren.

Rettung naht!

„Raging Justice“ bringt die 80er und 90er zurück – und das in fast jeder Hinsicht. Man präsentiert uns eine Story, die jedem noch so miesen B-Movie aus der VHS-Ära wunderbar zu Gesicht gestanden hätte. Ein Gangsterboss hält mit seiner Organisation eine ganze Stadt in Atem, und wir sollen dem nun Einhalt gebieten. Dazu dürfen wir uns einen von drei Kämpfern aussuchen und müssen nun unzählige Chaoten (und Chaotinnen!) verprügeln und idealerweise festnehmen.

Hier unterscheidet sich „Raging Justice“ nämlich von den Klassikern: Als Ordnungshüter ist es möglich, geschwächte Gegner zu verhaften, dafür gibt es dann einen Energie-Bonus in Form eines Sandwichs, eines Burgers oder gar eines Truthahns. Ansonsten liefern uns die Entwickler von MakinGames praktisch alle Elemente, die man aus dem Genre kennt: Baseball-Schläger, Kisten, Gegner auf Motorrädern, Bosse und dergleichen mehr.

Humor ist, wenn man trotzdem lacht

So richtig ernst nimmt sich „Raging Justice“ dabei nicht – und das macht auch durchaus den Charme der ganzen Veranstaltung aus. Unsere Charaktere sind quasi Abziehbilder aus der Actionfilm-Historie und so mancher Angriff wird vom Spiel humoristisch kommentiert. Einen Gegner mit dem Baseball-Schläger zu malträtieren sorgt etwa für ein „Homerun!“, teilweise wurden diese Kommentare aber auch einfach nur völlig sinnentstellt übersetzt.

Als gutes Beispiel kann man hier „Ein Gewinner bist du“ nennen – viele Nerds erkennen dabei sofort, welches Meme damit gemeint ist. Der Witz daran geht aber durch die Übersetzung einfach verloren. Letztendlich sind das aber ohnehin nur Details, die den eigentlich Spielbetrieb nicht weiter stören. Dafür wartet eine recht solide Kampfmechanik auf den Spieler.

Immer auffe Omme!

Klar, das Genre neu erfinden kann „Raging Justice“ nicht, das war aber wohl auch nicht die Absicht der Entwickler. Man hat sich darauf verlegt, dem Spiel so ziemlich alles angedeihen zu lassen, was andere Games dieser Machart ebenfalls mitbringen – Schläge, Tritte, Sprungangriffe, Grapples, Würfe und energieverzehrende Powerangriffe. Und besonders die Bosse schenken einem nichts, da muss schon die richtige Strategie her, um die Kasper relativ unbeschadet aus dem Weg zu räumen.

Selbst unser erster, unbeholfener Durchgang auf der niedrigsten Schwierigkeitsstufe hat nicht einmal eineinhalb Stunden gedauert und der Rekord lag gegenwärtig sogar bei deutlich unter einer Stunde – ein Umfangmonster ist „Raging Justice“ also nicht. Dank verschiedener Schwierigkeitsgraden und einer Art Horde-Modus kann man das Spiel aber gerne mehrfach in Angriff nehmen, selbst wenn man auf Mehrwert durch Leaderboards und Achievements verzichten möchte.

Extrovertiert

Dass man bei einem Spiel wie „Raging Justice“ für kleines Geld keine Hightech-Grafik erwarten darf, sollte wohl selbstverständlich sein. Das ist auch gar nicht weiter schlimm, schließlich geht es um den kurzweiligen Spaß, nicht darum, in ein solches Beat-em-Up einzutauchen und die Atmosphäre zu genießen. Man hat versucht, die 3D-Figuren ein wenig aussehen zu lassen wie die Foto-/Videoscans von Klassikern wie den ersten „Mortal Kombat“-Teilen oder auch „Pitfighter“, das Resultat hat uns aber nicht so richtig überzeugen können. Ähnlich sieht es auch bei der Musik aus, die leider wirklich eher belangloses, durch 80s-Filme inspiriertes Gedudel ist.

Letztendlich wird „Raging Justice“ aber tatsächlich ein gefundenes Fressen für Genre-Fans sein. Es gibt genügend Herausforderung und Content für vergleichsweise kleines Geld – da kann man eigentlich nicht meckern. Vielleicht haben nicht alle Ideen und Gags der Macher gezündet, letztendlich sind wir aber davon überzeugt, dass der Titel seine Daseinsberechtigung hat.

Raging Justice – Announcement Trailer | PS4

Bewertung

Präsentation - 68%
Gameplay - 71%
Umfang - 78%

72%

Gesamt

“Raging Justice“ liefert alten Hasen endlich mal wieder ein Side-Scrolling-Beat-em-Up - und auch wenn der Titel das Genre nicht neu definiert, so bekommt man dennoch ein solides Spiel für einen überschaubaren Kaufpreis. Wer kein Problem damit hat, das Spiel in verschiedenen Schwierigkeitsstufen mehrfach durchzuspielen, bekommt auch ausreichend viel Content geboten. Definitiv ein Titel der Rubrik „Special Taste“; aber dort ist er gut aufgehoben und blamiert sich auch nicht.

Benutzerwertung: 5 ( 1 Stimmen)

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