Montag, 19. November 2018
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Review: Red Dead Redemption 2

Zu behaupten, dass „Red Dead Redemption 2“ ein sehnsüchtig erwarteter Titel sei, kommt einer gewaltigen Untertreibung gleich. Einerseits ist der Wilde Westen ohnehin kein Thema, das in Videospielen dauernd verarbeitet wird, andererseits hat der Vorgänger einen exzellenten Ruf unter den Zockern. Lange haben wir auf einen Nachfolger gewartet, und ob sich das gelohnt hat, erfahrt Ihr in unserem Test.

Letztes Mal bei „Red Dead Redemption“…

Erinnern wir uns doch mal zurück an das Jahr 2010: „Red Dead Redemption“ begeisterte die Zocker weltweit. Die Geschichte schloß aber quasi zeitgleich mit dem Wilden Westen ab – denkbar schlechte Voraussetzungen für einen Nachfolger. Doch die Rockstars hatten natürlich prompt einen Plan in der Tasche: Lasst uns doch ein Prequel machen, das die Geschichte erzählt, die zu den Ereignissen von „Red Dead Redemption“ führten. Und hiermit heißt man uns willkommen zu Teil zwei (nun, eigentlich Teil drei, wenn man „Red Dead Revolver“ mitzählt) der Saga.

Wir übernehmen die Rolle von Arthur Morgan, der Teil der „Van der Linde“-Bande ist – genau die Gruppierung, mit der sich John Marston zu Beginn des Vorgängers überworfen hat. Mit dem gibt es auch ein Wiedersehen – zumindest mit seiner jüngeren Version. Die Bande muss sich nach einer schlimmen Schlappe in die verschneiten Berge zurückziehen, von wo aus man die nächsten großen Aktionen plant. Dabei wollen nicht alle Mitglieder in die gleiche moralische Richtung, was zu einem guten Teil ein wichtiges Element der Story ist. Diese ist mit 50-60 Stunden Laufzeit (ohne Nebenmissionen!) außerordentlich umfangreich ausgefallen.

Filmreif?

Machen wir es kurz: Rockstar-üblich gibt es bei der Inszenierung von „Red Dead Redemption 2“ nun wirklich nichts zu meckern. Im Gegenteil: So dicht wie die Story dieses Mal ausgefallen ist, haben die Entwickler das noch nie geschafft. Anders als bei GTA V, bei dem die Story zwar durchaus cool war, sich aber dennoch schnell verlaufen hat, bleibt das Western-Epos rund um Arthur Morgan stets am Ball. Noch leichter ist es, in das Geschehen einzutauchen und die echte Welt da draußen einfach zu vergessen.

Je nach eigenem Spieltempo kann man sich die Zeit mehr oder weniger intensiv mit verschiedenen Nebenaktivitäten vertreiben – von der Kopfgeldjagd bis zum Angeln. Die schiere Masse an Hauptmissionsmaterial führt einen aber unweigerlich immer wieder zurück „auf den rechten Pfad“. Was hier an Dramaturgie, Action und Story auf den Spieler wartet, ist nun wirklich nicht weniger als sensationell.

Aber auch bekannte Kost

Tatsächlich sind viele Elemente von „Red Dead Redemption 2“ noch immer die gleichen wie beim Vorgänger – logisch, will man die Zocker doch nicht mit zu viel Distanz von der Ursprungsidee erschrecken. Während man sich im Kern an bewährte Werte hält, hat man aber hier und da einige Dinge überarbeitet und vor allem ausgebaut. Das fängt schon beim Pferd an, das mittlerweile wichtiger als je zuvor ist. Ganz egal ob es als Waffenlager dient oder ob es die Art und Weise ist, wie uns der Klepper ans Herz wächst: Das Vieh ist einfach mehr als nur das Gegenstück zu den Autos aus GTA.

Und auch ein Stückchen weiter in Richtung „Lebenssimulation“ ist man gewandert. Beispielsweise sollte man darauf achten, dass man gelegentlich eine Kleinigkeit isst, die man selbst herstellt oder fertig gekocht erwirbt, um bei Kräften zu bleiben. Auch das Äußere verändert sich mit der Zeit, und so kann man als bärtiger Haudegen oder als smoother „Ladies‘ Man“ unterwegs sein.

Sehr gut sind auch die kleinen Details gelungen: Sowohl das Pferd als auch der Fußgänger hinterlässt Spuren, ganz egal, ob wir uns jetzt auf Matsch oder Schnee fortbewegen. Und auch an der Kleidung unseres Protagonisten geht das Abenteuer nicht spurlos vorüber: Sauberer werden die Klamotten sicherlich nicht von alleine, und selbst Blutflecken von gehäuteten Tieren beschmieren

Das Leben ist hart

Tatsächlich ist es nicht immer leicht, in „Red Dead Redemption 2“ zu bestehen. Gerade anfänglich braucht man seine Zeit, um alle Elemente zu verinnerlichen und anständig einsetzen zu können. Aber der Einsatz lohnt sich, denn die Befriedigung ist groß, wenn die Action so hinhaut, wie man es sich vorstellt. Ein zünftiger Shootout macht einfach jede Menge Spaß – und dafür muss man noch nicht einmal ein alter Mann mit Faible für Westernfilme sein.

Und einmal mehr zeigen die Rockstars außerdem, wie viel Ahnung sie von der Technik der aktuellen Konsolengeneration haben. „Red Dead Redemption 2“ sieht einfach atemberaubend aus. Es gibt durchaus signifikante Unterschiede zwischen dem Spiel auf den „Standard“-Konsolen und auf der Xbox One X, wo der Titel nun wirklich alle Rekorde bricht.

Letztendlich gibt es aber auf weder auf Playstation 4 noch auf der regulären Xbox One etwas zu meckern: Hier haben wir ein Game vor uns, das optisch wie atmosphärisch in der allerobersten Liga spielt. Und das trifft natürlich auch auf die Sound-Seite zu. Als habe man mit allen Mitteln versucht, sich keine Blöße zu geben, wandelt man mit zielsicherer Präzision zur Perfektion.

Rest des Jahres: Beschäftigt

Neben der Hauptstory, die wie bereits erwähnt 50 bis 60 Stunden in Anspruch nehmen wird, bietet „Red Dead Redemption 2“ jede Menge Drumherum. Viele NPCs haben Aufgaben für uns, möchten mit uns sprechen, interagieren mit ihrer Umwelt. Vielleicht hätte ein Szenario in einer noch früheren Timeline, also in der goldenen Zeit des Wilden Westen, noch ein bisschen besser funktioniert, die Atmosphäre und die schiere Menge an Content holen aber einfach jeden ab.

Und alleine deshalb schon muss die Empfehlung lauten: Falls Ihr nur noch ein Spiel in diesem Jahr erwerben möchtet, dann solltet Ihr Euch das neue Rockstars-Werk unbedingt genauer anschauen. Sicherlich, die Western-Thematik holt vielleicht nicht jeden Zocker gleichermaßen ab, wir finden aber dennoch, dass alleine schon Name von Entwickler und Franchise rechtfertigen, über den eigenen Schatten zu springen.

Red Dead Redemption 2 Launch Trailer

Bewertung

Präsentation - 94%
Gameplay - 91%
Umfang - 97%

94%

Gesamt

Nachdem man ein wenig Zeit damit verbracht hat, sich in „Red Dead Redemption 2“ hineinzufuchsen, wird schnell klar: Hier haben wir das Spiel des Jahres vor uns - zumindest für die Mainstream-Zocker. Eine unglaublich tolle Präsentation trifft auf ein Western-Epos in XXL-Format, zusammen mit Rockstars-typischem, bewährt hochwertigen Open-World-Gameplay. Wir können auf jeden Fall Eines garantieren: Wenn Euch der Vorgänger gut gefallen hat, ist es praktisch unmöglich, „Red Dead Redemption 2“ nicht zu mögen.

Benutzerwertung: Bewerte als erstes!

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