Sonntag, 17. Dezember 2017
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Review: Road Rage

Spätestens seit „Sons of Anarchy“ sind die rücksichtslosen Männer auf ihren motorisierten Kisten wieder voll im Trend. Mit „Road Rage“ erreicht uns jetzt ein Spiel, dass sich dem Krieg auf der Straße widmet – als sei das in der Realität nicht schon schlimm genug. Wir haben uns das Spiel des niederländischen Entwicklerstudios Team 6 angeschaut, was wir davon halte, erfahrt Ihr in unserem Test.

Der Prospect

„Road Rage“ erzählt uns die Geschichte von Reef Jackson, dem neuesten Mitglied eines Outlaw-Motorradclubs. Seine Aufgabe ist es, im Club bis ganz nach oben aufzusteigen – viel mehr ist an der Geschichte des Spiels nicht dran. Mehr noch: „Road Rage“ macht auch keine Anstalten, besonders viele Hintergründe zu vermitteln – wir sollen herumfahren, Gegner vom Bock schlagen und Missionen erfüllen.

Dabei bietet uns „Road Rage“ eine offene Spielwelt, die wir frei erkunden können. Das wird zwar immer gern genommen, allerdings haben wir es hier nicht gerade mit der Güte von „GTA V“ zu tun: Es gibt nicht besonders viel zu erkunden, bis auf die üblichen Sammelgegenstände herrscht hier ziemliche Langeweile. Doch der Fokus von „Road Rage“ liegt auch nicht auf Entdeckungen und dem Erleben einer detailreichen Welt, wir sollen Missionen erledigen und in der Organisation aufsteigen.

Böse Buben

Dabei sind die Missionen, die wir zu erledigen haben, alles andere als abwechslungsreich: Eine gute Handvoll Missionstypen begleitet uns von Anfang bis Ende – und die sind in ihrer Art häufig eng miteinander verwandt. Rennen, Eliminationsrennen oder Eskortenmissionen spielen sich vergleichsweise ähnlich. Es warten insgesamt zwar rund 100 Missionen auf den Spieler, da diese aber nur lose in einem Storyverbund stehen, werden die meisten Zocker „Road Rage“ auf viele kleine Sitzungen verteilt durchspielen.

Letztendlich finden wir uns schnell in einer Schleife gefangen: Missionen entgegen nehmen, einfachste Storyzusammenhänge werden vermittelt, Gegner verprügelt und dann beginnt das Ganze wieder von vorne. Dass es dabei verschiedene Waffen gibt, die sich zumindest gefühlt nur optisch voneinander unterscheiden, spielt in Sachen Abwechslung eine ebenso untergeordnete Rolle wie die Tatsache, dass man die Missionen auch im Multiplayer begehen kann.

Fortschrittlich

Einzig das Upgradesystem sorgt dafür, dass man am Ball bleibt – das ist nämlich in jeder Hinsicht fair ausgefallen. Wenn man sich die jüngsten Kontroversen rund um Upgrades in Lootboxen so anschaut, ist das Konzept von „Road Rage“ wohltuend klassisch: Für erledigte Aufgaben bekommen wir verhältnismäßig viel Geld, das im Anschluss in Upgrades gesteckt werden darf. Grinding ist damit quasi ausgeschlossen, im schlimmsten Fall schiebt man eben eine Nebenmission zwischenrein.

Das war es dann aber auch schon mit den guten Nachrichten. Leider fühlt sich „Road Rage“ spielerisch einfach nicht gut an. Egal, ob es nun eine schwammige Steuerung beim Fahren ist oder eben die Sache mit der Prügelei, die eher zufällig als kontrolliert abläuft. Das sind schon zwei Punkte, die bei einem solchen Titel passen müssten – leider muss man hier wohl oder übel auf eine Nachbesserung seitens der Entwickler hoffen.

Nachholbedarf

Und es gibt noch mehr Negativknaller – hauptsächlich technischer Natur. Was wir während des Tests der PS4-Version an Abstürzen, Glitches und Fehlern erlebt haben, erinnert mehr an ein Freeware-Game im Alphastadium als an ein verkaufsfähiges Spiel. Uns ist klar, dass das extrem hart klingt, aber wenn man durch Häuser fahren kann, einfach durch die Straße ins Nichts fällt oder aber mitten in der Mission von einem Absturz belästigt wird, dann ist das ärgerlich – auch bei einem Low-Budget-Titel.

Solange die Entwickler hier keine Updates liefern, würden wir vom Kauf von „Road Rage“ abraten. Zwar eignet sich der Titel gut für Achievement- und Trophy-Hunter, denn es gibt keine Herausforderungen, die nicht mit ein bisschen Geduld und Ausdauer erledigt werden können, dennoch kann das ja nicht der einzige positive Aspekt eines Spieles sein. Für Fans von Klassikern wie „Road Rash“ (der Name des aktuellen Titels ist wohl nicht aus reinem Zufall so gewählt) könnten zum überschaubaren Preis ausreichend Unterhaltung bekommen – wenn die Bugs ausemerzt worden sind.

Bewertung

Präsentation - 64%
Gameplay - 51%
Umfang - 63%

59%

Gesamt

“Road Rage“ baut auf den gleichen Prinzipien auf wie „Road Rash“ vor über 25 Jahren. Das wäre für Fans der Materie eigentlich eine tolle Sache - wenn denn die Qualität stimmen würde. Da herrschen nämlich katastrophale Verhältnisse mit Bugs und Glitches bis hin zu Komplettabstürzen. Sobald man das auf die Kette bekommen hat, kann man den Titel in Erwägung ziehen, bis dahin sollte man lieber abwarten.

Benutzerwertung: Bewerte als erstes!

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