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Review: Sébastien Loeb Rally EVO

Racing-Games stellen noch immer eines der populärsten Genres dar – die Spielerschaft träumt wohl schwer davon, in sündhaft teuren Fahrzeugen über die Rennstrecken der Erde zu heizen. Für manche ist allerdings die Fahrt über Stock und Stein interessanter, und da sind Titel wie das neue „Sébastien Loeb Rally EVO“ wohl die erste Adresse. Was das neue Werk von Milestone unter der Haube hat, erfahrt Ihr in unserem Test.

Welcher Sebastian?

Man kann sich ja nun wirklich nicht in jedem Segment von Kultur, Sport, Politik und Tagesgeschehen gleichermaßen gut auskennen. Während einem etwa die Namen aus der Formel 1 durchaus geläufig sind, sagte uns „Sébastien Loeb“ nun leider wirklich nichts. Dabei ist der gute Mann aus dem Elsass tatsächlich nicht nur ein echter Rallye-Star, sondern auch gleichzeitig der erfolgreichste Rallye-Fahrer der bisherigen Geschichte. Da wurde es so langsam höchste Zeit, dass man dem Mann sein eigenes Videospiel widmet – und da die Jungs von Milestone ohnehin gefühlt alle drei Monaten einen neuen Racer veröffentlichen, bot sich eine Zusammenarbeit geradezu an.

Und „Sébastien Loeb Rally EVO“ bietet auch tatsächlich an, die Karriere des Ausnahmefahrers aus dem Elsass nachzuspielen – in den verschiedenen Phasen seines Schaffens. Das ist aber nur ein Bestandteil des Spiels, es gibt auch einen regulären Karriere-Modus. In diesem kann man sich, wie sollte es auch anders sein, einen eigenen Fahrer stricken und ihn durch verschiedene Rallye-Klassen schicken. Wichtig zu wissen ist dabei allerdings eines: „Sébastien Loeb Rally EVO“ bringt keine WRC-Lizenz mit, eine volles Rallye-Erlebnis mit allen Extras ist das Spiel also nicht.

Mach bunt

In Sachen Fahrzeuge gibt es tatsächlich eine relativ große Auswahl. Diese kann sich zwar keinesfalls mit der der „Forza“-Games messen, für Rallye-Verhältnisse ist man aber ziemlich gut aufgestellt. Es gibt nicht nur aktuelle Boliden, sondern auch solche aus vergangenen Tagen, was besonders langjährigen Fans des Sports sehr gut gefallen dürfte. Überdies kann man bei vielen Fahrzeugen auch gleich noch optische Anpassungen vornehmen, was zwar nicht so flexibel wie bei den „Forza“-Games abläuft, dafür aber umso leichter vonstatten geht. Ein Muster ausgewählt, ein paar Farben hinzufügen – und fertig ist die Laube. Dabei sehen die Ergebnisse in aller Regel deutlich besser aus als das, was man als unbedarfter Künstler bei den „Forza“-Games zusammenpanscht.

Bremse, Gas, Driften

Der wohl integralste Teil eines Racers ist sicherlich die Fahrphysik, und diese ist bei Rallye-Games wahrscheinlich noch wichtiger als bei allen anderen Genre-Vertretern. Wo man in der Formel 1 auf mehr oder minder gesundem Asphalt fährt, gibt es bei „Sébastien Loeb Rally EVO“ gleich eine Vielzahl verschiedener Bodenbeläge. Diese wurden zwar zumindest für unser Laienverständnis recht glaubwürdig umgesetzt, das Fahrverhalten selbst wirkt aber nicht ganz so überzeugend. Überwiegend verhalten sich die Fahrzeuge wie erwartet, in verschiedenen Situationen fühlt es sich aber etwas unrealistisch an. Im Zweifelsfall sollte man sich als Interessent von „Sébastien Loeb Rally EVO“ mal die Demo anschauen, die auf den Marktplätzen erhältlich ist.

Erfreulich ist, dass es nicht einfach nur reguläre Rallyeveranstaltungen gibt – vielmehr darf man sich auch über Rallycross- und Hillclimb-Veranstaltungen, die zu den verschiedenen Rennklassen zusätzliche Abwechslung bieten. Dadurch ist das Ganze deutlich weniger trocken als die Konkurrenz, wenngleich man nicht das selbe Level an Spritzigkeit erreicht wie die verschiedenen Triple-A-Racer.

Über Stock und Stein

Die Entwickler werben mit 300 Kilometern Rennstrecke – das haben wir zwar nicht nachgemessen, allerdings erfreuen wir uns an der optischen Vielfalt, die man uns bietet. Klar, auch hier kann man sich nicht mit der technischen Elite des Genres messen, schämen müssen sich die Entwickler aber auch nicht. Ein Rallye-Titel zieht eben nicht so viele Käufer an wie ein Ableger der „Forza“-Reihe, insofern muss man da wohl einfach irgendwelche Abstriche machen. Technisch gibt es auf der Xbox One immer mal wieder Ruckler, teilweise auch mal heftiger, zu bemängeln, auf der PS4 läuft der Titel hingegen solide.

Hier hätten die Entwickler auf jeden Fall mehr Arbeit hineinstecken sollen, wir hoffen diesbezüglich zumindest auf einen Patch, der die gröbsten Schnitzer ausbessert.

Der Simulant

Wie man sicherlich bereits erahnen kann: „Sébastien Loeb Rally EVO“ will eher in die Kerbe der Simulation schlagen, ein Fun-Racer ist das Spiel nun wirklich nicht. Für diese Verhältnisse gibt es aber eine ganze Menge Inhalte, hier haben die Jungs von Milestone nun wirklich nicht gespart. Zusammen mit den verschiedenen Rennklassen und -Ären ergibt sich somit ein ziemlicher Fan-Service. Man sollte sich aber auch darauf gefasst machen, dass man ein wenig Eingewöhnungszeit für die Steuerung braucht. Ob das ein Versäumnis der Entwickler ist, oder ob man einfach nur ein wenig Realismus und Anspruch in das Fahrzeughandling legen wollte – das vermögen wir leider nicht zu sagen. Tatsächlich geht das Ganze aber nicht so leicht von der Hand wie bei der Konkurrenz.

Was die Multiplayer-Komponente angeht, darf man sich zwar über einen Online-Part freuen, gleichzeitig muss man sich aber über einen mehr als groben Schnitzer ärgern: Bis zuletzt haben die Macher einen Splitscreen-Modus versprochen, der fehlt in der finalen Fassung aber völlig. Zocker, die gerne mit ihren Freunden auf der Couch um die Wette heizen, werden hier nicht glücklich. Ob das Ganze per Patch oder Update nachgereicht wird, ist aktuell noch unklar.

Bewertungen

Grafik - 7.2
Sound - 7.5
Gameplay - 7.5
Umfang - 7.8
Multiplayer/Onlinemodus - 6.8

7.4

Gesamt

Manchmal würden wir es uns wünschen, dass Milestone weniger Racer auf den Markt wirft, dafür aber ein wenig mehr Arbeit in die Titel steckt. Gerade die Umsetzung von "Sébastien Loeb Rally EVO" ist weit entfernt davon, fehlerfrei zu sein. Dass man als verhältnismäßig kleiner Entwickler, der sich auf ein Nischensegment konzentriert, nicht über die gleichen Budgets verfügt wie Microsoft oder EA, liegt auf der Hand. Insofern kann man eine Optik, die sich nicht auf höchstem Niveau bewegt, noch verschmerzen. Die Ansätze von "Sébastien Loeb Rally EVO" sind dabei noch nicht einmal schlecht, sowohl die eigene Karriere als auch die Loeb-Karriere sind abwechslungsreich und interessant gelöst. Eine uneingeschränkte Kaufempfehlung können wir nicht aussprechen, im Zweifelsfall kann man aber einen Blick auf die Demoversion werfen.

Benutzerwertung: Bewerte als erstes!

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