Donnerstag, 17. August 2017
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Review: Super Bomberman R

Besonders breit gefächert ist es ja nicht, das Retail-Lineup zum Launch von Nintendos Switch. Überwiegend konzentriert man sich auf Casual-Games und Spiele für die schnelle Runde zwischendurch – ein Marktsegment, das für „Super Bomberman R“ wie geschaffen ist. Früher handelte es sich bei den „Bomberman“-Games um absolute Publikumslieblinge, aber die Zeit ist einfach nicht stehengeblieben. Wie gut das Konzept im Allgmeinen gealtert ist und wie gut der Switch-Titel im Besonderen geworden ist, erfahrt Ihr in unserem Test.

Bombenstimmung

Gerade viele jüngere Zocker dürften den „Bomberman“ gar nicht kennen – dabei handelt es sich nicht etwa um einen Terroristen, sondern um einen mittlerweile fast 35 Jahre alten Charakter, der sich seinen Weg aus einem Fels-Irrgarten mit Bomben freisprengt. Dabei wird er von seinen Gegnern gestört, die ihm ans Leder wollen, und auch die werden entsprechend aus der Welt geschafft. Mit verschiedenen Power-Ups kann man mehr Bomben gleichzeitig legen oder ihnen größere Detonationen verschaffen, man muss aber stets darauf achten, dass man sich nicht in eine Sackgasse manövriert und selbst sprengt.

An diesem grundlegenden Konzept hat sich bis heute bei „Super Bomberman R“ nichts geändert – allerdings haben die Entwickler nicht einfach nur eine Portierung eines antiken Spiels als „Remaster“ abgeliefert. Als wohl auffälligste Neuerung ist hier die Story-Kampagne zu nennen, in der immerhin 50 Level auf Einzel- und Koop-Spieler warten. Man erzählt uns die Geschichte der Bomberman Bros., die in Friedenszeiten etwas verweichlicht sind, sich jetzt aber gegen einen fiesen Tyrannen durchsetzen müssen, der die Weltherrschaft für sich beansprucht.

Erst A, dann B

Der Story-Modus unterscheidet sich in Sachen Gameplay natürlich kaum von der bekannten „Bomberman“-Formel. Das Ziel ist allerdings nicht zwangsläufig, alle Gegner aus dem Level zu vertreiben: Es gibt die verschiedensten Aufgaben, die zu erfüllen sind, damit man weiter voranschreiten kann. Der Schwerpunkt liegt zwar tatsächlich darauf, das Level leerzufegen, aber auch Dinge wie eine gewisse Anzahl an Schaltern umzulegen, kommen vor. Jeweils zum Ende der fünf Welten warten dann Bossgegner auf uns – und das war es dann auch schon.

Wie die Entwickler uns schon in unserem Interview verraten haben, hängt die letztendliche Spielzeit der Kampagne davon ab, wie gut man sich anstellt und ob man alleine oder zu zweit spielt. Letztendlich kann man die Kampagne aber im Bedarfsfall in einer Sitzung durchspielen. Vielleicht sollte man das Ganze eher als besseres Tutorial ansehen, wir fanden es aber zumindest eine sinnvolle Ergänzung zu einem reinen Battle-Mode.

3D… irgendwie

Bei der Darstellung verlässt sich „Super Bomberman R“ natürlich nicht mehr auf das, was man etwa auf dem SNES zu Gesicht bekommen hat, auch hier ist die Zeit nicht stehengeblieben. Zwar wird das Geschehen nach wie vor aus der Vogelperspektive gezeigt, dafür allerdings eher aus der Schräglage. Bisweilen und bei größeren Levels kommt es dabei zu ein wenig Unübersichtlichkeit, aber das ist nicht weiter schlimm. Bei der Beschallung gibt es einen recht angenehmen Soundtrack, der in Sachen Ohrwurmqualität zwar nicht an „Sonic The Hedgehog“ heranreicht, aber dennoch zu gefallen weiß. Ein paar „Bumm“-Effekte und etwas englische Sprachausgabe – fertig ist „Super Bomberman R“.

Bombenteppich

Kampagne hin oder her: Im Multiplayer-Modus steckt der größte Spielspaß von „Super Bomberman R“. Bis zu vier Spieler können sich lokal an einer Switch vergnügen, alternativ können bis zu acht Spieler via Online-Multiplayer gegeneinander antreten. Das macht auch im Jahr 2017 noch einen Heidenspaß – das könnte aber auch daran liegen, dass wir fortgeschrittenen Alters sind und die meisten der Vorgänger noch gut in Erinnerung haben.

Weniger gut finden wir hingegen, dass zu Anfang lediglich acht Multiplayer-Maps zur Verfügung stehen. Zwölf weitere warten auf die Freischaltung gegen Ingame-Währung. Dafür ist zwar kein hartes Grinding notwendig, wenn man aber einfach nur gegen seine Freunde auf möglichst vielen Maps zocken möchte, ist das schon ärgerlich. Dazu kommt: Wenn wir mal ehrlich sind, so eine Bomberman-Map zu gestalten, dürfte ein recht überschaubarer Arbeitsaufwand sein, der nicht mit dem für die Erstellung einer „Battlefield“-Map zu vergleichen sein dürfte. Da sind insgesamt 20 Maps natürlich schon ein wenig mager – besonders in Hinsicht auf den Preis. Eventuell wird hier ja noch mal eine Fuhre nachgeliefert, bislang ist nämlich noch nicht ganz klar, ob es DLCs und Content Updates geben wird.

Musste das sein?

Und da sind wir dann auch schon bei unserem einzigen großen Kritikpunkt angekommen: Während die meisten Dinge an „Super Bomberman R“ absolut in Ordnung gehen oder zumindest nicht großartig stören, sehen wir irgendwie nicht, dass der Titel genügend Content für rund 50,- Euro bietet. Als günstiger Downloadtitel für höchstens 20,- Euro wäre „Super Bomberman R“ eine absolute Granate gewesen, die wir nicht nur Fans des Franchises empfehlen würden. Oder man hätte die Geschichte des Spiels mehr zelebrieren müssen, etwa ältere Ableger per Emulation einbauen, Videos, Interviews, Soundtrack – dann hätte das Preis-/Leistungsverhältnis gestimmt.

Bewertung

Präsentation - 72%
Gameplay - 79%
Umfang - 52%

68%

Gesamt

Im Kern hat uns „Super Bomberman R“ recht gut gefallen, es ist aber der Preispunkt, der uns daran stört. Für ein Vollpreis-Switch-Game (irgendwie scheint es noch keine definitive Preispolitik zu geben) bietet uns das Ganze dann doch zu wenig Substanz. Da lohnt es sich, auf ein Angebot zu warten - eventuell ist der Titel in ein paar Monaten für einen schmalen Taler zu haben. Wenn das Geld keine große Rolle spielt und man „Bomberman“-Fan ist, kann man aber ruhig zugreifen, rein qualitativ haben wir nicht viel zu meckern.

Benutzerwertung: Bewerte als erstes!

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