Mittwoch, 18. Oktober 2017
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Review: The Technomancer

Wenn man „Sci-Fi“ und „Action-RPG“ hört, denkt man unweigerlich an die „Mass Effect“-Games – selbst, wenn es um ein komplett anderes Spiel geht. Genau das ist uns im Falle von „The Technomancer“ passiert, das die Mannen von Spiders entwickelt haben und die von Focus Home Interactive verlegen. Ist der Vergleich mit dem BioWare-Epos unfair, kann „The Technomancer“ für sich alleine bestehen oder ist ein Kauf verschwendetes Geld? Lest unseren Test und findet es heraus.

Hochspannend

„The Technomancer“ erzählt uns die Geschichte der… Technomancer. Okay, das hat Euch jetzt sicherlich völlig umgehauen. aber die Jungs haben es echt ziemlich drauf, denn sie haben es sich zur Lebensaufgabe gemacht, die Elektrizität zu beherrschen. Bionische Implantate sind dabei behilflich und machen die Technomancer zu einer ziemlich schlagkräftigen Truppe. Das ist auch ganz gut so, schließlich befindet man sich auf dem Mars, und das inmitten eines Krieges um das dort wohl wertvollste Gut Wasser.

Wir übernehmen die Rolle von Zachariah, der gerade von der Zauberschu… äh, der Technomancer-Akademie kommt und fortan den Technomancern beistehen soll. Das Problem dabei: Es ist nicht alles, so wie es scheint, und Zachariah deckt eine handfeste Verschwörung auf, die alles auf den Kopf stellt, für das er einstand. Mit dieser Story wird es wohl nicht für einen Oscar reichen, und auch die Charaktere sind lange nicht so stark wie die anderer Rollenspiele – aber werfen wir einfach mal einen Blick auf die Gameplay-Seite von „The Technomancer“.

Dreikampf

Während der Story-Rahmen von „The Technomancer“ das vermutlich schwächste Element des Spiels ist, ist vor allem die Kampfmechanik deutlich unterhaltsamer. Drei verschiedene Kampfstile warten auf ihren Einsatz, alle mit bestimmten Besonderheiten, Einsatzgebieten und Waffen. Dabei werden durchaus Erinnerungen an die „Dark Souls“-Reihe wach, allerdings ohne den gleichen Grad an Perfektion zu erreichen. Das alles zu meistern ist zwar anfänglich nicht unbedingt ein leichtes Unterfangen, wenn man es aber beherrscht, macht der Kampf ziemlich viel Spaß. Und das Beherrschen ist auch dringend notwendig, sonst wird man in den späteren Phasen von „The Technomancer“ so seine liebe Mühe haben. Ob diese Kämpfe wirklich immer fair zugehen, sei allerdings mal dahingestellt, wir haben diesbezüglich so unsere Zweifel.

Das Skillsystem ist ziemlich gut gelungen und bietet jede Menge Möglichkeiten, seinen Charakter zu spezialisieren. Dabei dürfen die üblichen verdächtigen Fähigkeiten natürlich nicht fehlen. Hierbei bietet das Ganze durchaus Motivation zum Weiterspielen, schließlich hofft man stets darauf, dass das Leben mit dem neuen Wunschskill ein wenig leichter wird – so soll es ja schließlich auch sein. Ein Crafting-System, etwa um Waffen zu modden, rundet das Ganze dann ab und lässt auch über so manche weniger runde Episode von „The Technomancer“ hinwegsehen.

Man will hoch hinaus

Zwar ist „The Technomancer“ ein durchaus ambitioniertes Projekt, allerdings merkt man doch an vielen Ecken und Enden, dass man nicht auf das gleiche Budget wie andere Entwickler zurückgreifen konnte. Die Grafik ist zwar – zumindest in weiten Teilen – alles andere als schlecht, aber eben auch nicht unbedingt das, was wir „State of the Art“ nennen würden. Besonders, wenn es um Charaktere und deren Gestiken geht, fühlt man sich schnell zehn Jahre in die Vergangenheit versetzt. Die verschiedenen Areale des Spiels sind zwar nicht unbedingt so weitläufig, wie wir es uns gewünscht hätten, sie bieten aber immerhin optisch ordentlich Abwechslung. Dass die Dialoge nicht gerade von höchster Güte sind, dürfte sich anhand der eher mauen Story und der oberflächlichen Charaktere vermutlich von selbst verstehen.

Schlimmer wiegen dann allerdings andere Aspekte. Das Balancing vieler Bereiche fühlt sich einfach unfertig an. Das betrifft teilweise das Karma-System (an und für sich ja immer eine gute Idee), aber auch die Steuerung, die deutlich mehr Feinjustage vertragen hätte. Das sind zugegebenermaßen alles keine echten Gamebreaker, trotzdem stellt man sich die Frage, ob man nicht im Allgemeinen etwas zu ambitioniert an die Entwicklung herangegangen ist – es gäbe durchaus einige Baustellen, die wir gerne fertiggestellt sehen würden. Eventuell werden ja wenigstens die Fehler behoben, die nicht allzu tief in der Konzeption verwoben sind.

Unter dem Radar

„The Technomancer“ ist ganz sicher ein unterhaltsames Spiel, das Zocker potentiell zu fesseln vermag – Grund dafür sind in erster Linie das interessante Setting sowie das gut gelungene Skill-System. Trotzdem: Falls Ihr Euch für den Titel interessiert, erwartet auf keinen Fall ein Spiel, das mit „Mass Effect“ konkurrieren könnte. Wir bewegen uns hier auf einem ganz anderen Niveau, denn selbst wenn die Grundvoraussetzungen vielleicht vorhanden wären, reicht es von der Inszenierung her nicht einmal annähernd, den großen Namen des Genres auf die Pelle zu rücken.

Wenn man sich dessen Gewahr ist und gerade nichts Besseres zur Hand hat (und da haben die Publisher den Release-Termin relativ gut gewählt), ist „The Technomancer“ durchaus einen Blick wert. Die Kämpfe sind fordernd und machen Spaß, es gibt viel zu tun und das Skillsystem ist spannend und regt zum Weiterspielen an. Kein legendärer Titel für die Ewigkeit, aber dennoch solide Rollenspielkost – und damit hat „The Technomancer“ dann auch durchaus eine Daseinsberechtigung.

Bewertungen

Grafik - 7.2
Sound - 7.3
Gameplay - 7.9
Umfang - 8

7.6

Gesamt

"The Technomancer" bietet große Ideen und ambitionierte Features - aber keine perfekte Umsetzung. Sicherlich, Rollenspiel-Fans werden durchaus ihren Spaß mit dem Titel haben und auch manches Mal darüber verwundert sein, wie viel Spiel ein vergleichsweise kleiner Entwickler zusammenbekommen hat. Hinter den ganz großen des Rollenspiel-Genres bleibt man allerdings nur die zweite Riege - und das meinen wir mit größtmöglichem Respekt. Da es im Moment ohnehin nicht viel Vergleichbares gibt, dürfte "The Technomancer" so manchem Spieler ohne absoluten Perfektionsanspruch über den Sommer helfen.

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