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Review: Trackmania Turbo

Auf dem PC ist die „Trackmania“-Reihe schon länger eine feste Institution. Schon 2003 erschien der Großvater der Reihe, bislang gab es aber keinen Ableger für die Konsolenwelt. Mit „Trackmania Turbo“ ändert sich das endlich – und das ist eine gute Sache, schließlich eignet sich das Konzept doch hervorragend für Xbox One und Playstation 4. Was Euch hier erwartet, erfahrt Ihr in unserem Test.

Spaß, Frust, Spaß

„Trackmania Turbo“ ist – wie auch seine Vorgänger – eindeutig ein Mitglied der Gattung „Funracer“, auch wenn man den Spaßbegriff manchmal etwas überdehnt. Viel weiter von einer realistischen physikalischen Darstellung könnte man nicht sein: Sprünge über hunderte Meter bei Geschwindigkeiten von 500km/h gehören dabei ebenso zum Tagesgeschehen wie an Wänden und Decken entlang zu fahren. Es geht schlicht und ergreifend darum, auf völlig abgefahrenen Kursen möglichst schnell ins Ziel zu kommen. Und das ist – gerade bei den anspruchsvolleren Strecken – alles andere als leicht.

200 dieser Strecken in vier verschiedenen Themenwelten (die tropische Rollercoaster Lagoon, das International Stadium, der Canyon Grand Drift und das Down & Dirt Valley) warten auf die Spieler. Erfreulicherweise ist aller Anfang hier nicht besonders schwer, man wird langsam an die Herausforderungen der späteren Kurse herangeführt. Und die haben es in sich: Ohne wirklich jeden Winkel auswendig zu kennen und „aus dem Muskelgedächtnis“ zu fahren, wird es schwer, eine Goldmedaille zu kassieren – geschweige dann eine hohe Platzierung in den Leaderboards. So lange alles gut läuft, ist das ein Ritt auf der adrenalingeladenen Kanonenkugel, das Verlangen, den !§#$@ Controller in den !§#$@ Fernseher zu werfen und sich ein neues Hobby zu suchen, ist aber nur einen Crash entfernt.

Paaaaarteyyyy!

Sicherlich wird man bei „Trackmania Turbo“ einen Großteil der Zeit damit zubringen, alleine seine Bestzeiten (oder die der Freunde und Rivalen) zu schlagen, trotzdem sind auch Multiplayer-Modi ein fester Bestandteil der Serie. Hier hat sich Entwickler Nadeo nicht lumpen lassen – es gibt eine ganze Menge Möglichkeiten, mit und gegen andere zu spielen, sogar recht frische Ideen wurden verbaut. Ganz konkret kann man da etwa die Koop-Kampagne nennen: Hier steuern zwei Spieler einen Wagen. Da ist Chaos und Gelächter vorprogrammiert, auch wenn das kaum mehr als ein witziger Bonus ist.

Außerdem gibt es einen Splitscreenmodus für bis zu vier Spieler – in der Form gab es das auf Xbox One und Playstation 4 noch nicht zu sehen. Ein Hotseat-Modus erlaubt es, bis zu 16 Spielern abwechselnd um die Bestzeiten zu fahren, auch eine Online-Komponente fehlt natürlich nicht. Das Ganze ist auf jeden Fall mehr als das übliche Alibi-Mehrspieler-Gewäsch, das viele Entwickler nur deshalb einbauen, damit sie „Multiplayer“ auf die Verpackung drucken können.

Nachschub!

Das Feature, das aber zweifellos am meisten Langzeitmotivation verspricht, ist der Level-Editor – wobei dieser Ausdruck dem Baukastenwunder von „Trackmania Turbo“ wohl kaum gerecht wird. Je nach persönlicher Kreativität und Ausdauer kann man sich neue Kurse nach einigen Angaben automatisch generieren lassen, eine einfache Variante des Leveleditors nutzen oder sich auf das Komplettpaket mit voller Komplexität stützen. Und damit ist nun wirklich eine ganze Menge möglich. Auf dem PC hatten die Levelbastler in der Vergangenheit für wirklich unzählige Neukurse gesorgt – das wird sich hoffentlich auch auf den Konsolen über einen langen Zeitraum erstrecken.

Bildlich gesprochen

Was ebenfalls klar sein dürfte: Aktuelle Konsolengeneration hin oder her, auf Fotorealismus hat man es bei „Trackmania Turbo“ ebenso wenig abgesehen wie darauf, einen riesigen Fuhrpark an Lizenzfahrzeugen abzuliefern. Es gibt eine überschaubare Anzahl an Fantasie-Fahrzeuge, die sich optisch ein wenig anpassen lassen – das war es dann aber auch schon gewesen. Dafür läuft das Ganze technisch sehr solide bei 60 Frames pro Sekunde, was bei einem Spiel wie „Trackmania Turbo“ auch zweifellos wichtiger ist als die krasseste Grafik seit Menschengedenken.

Die Sound- und Musikkulisse ist – ohne es böse zu meinen – eher unaufregend. Der Soundtrack ist sozusagen „dynamisch“ und nimmt je nach Geschwindigkeit etwas an Fahrt auf – oder wird stiller. Klingt spannender, als es tatsächlich ist, in ähnlicher Art und Weise hat man das schon vor vielen Jahren bei den „Burnout“-Games gesehen. Insgesamt gibt es aber angesichts der Spielnatur und dem Preisniveau keinen Grund zur ernsthaften Kritik an der Präsentation von „Trackmania Turbo“.

Unterhaltung garantiert

Nun ist es sicherlich nicht die Lieblingsbeschäftigung eines jeden Spielers, immer und immer wieder die gleichen Strecken zu befahren, in der Hoffnung, diese irgendwann mal so zu meistern, dass es für eine Goldmedaille ausreicht. Wer daran aber Spaß hat und Titel wie „Trials HD“ und dessen Nachfolger mag, ist hier wirklich gut aufgehoben. Schnelle Action, jede Menge Strecken und obendrein noch alle erdenklichen Freiheiten in Sachen Streckeneditor – viel besser kann es da eigentlich nicht mehr werden, zumal man gerade mal 40,- Euro für das Spiel über den Ladentisch kullern lassen muss.

Außerdem ist es immer wieder angenehm, wenn man ein Spiel auch für zwanzig Minuten oder eine halbe Stunde herauskramen kann. Ihr müsst warten, bis das Update für Euer aktuellstes Game heruntergeladen ist? Warum nicht versuchen, die Bestzeit der Freunde zu brechen? Hierfür ist „Trackmania Turbo“ schlichtweg ideal, da man die meisten Strecken in kaum 30 Sekunden absolvieren kann. Man muss sich also nicht auf einen neuen Storyabschnitt oder ähnliches einrichten, sondern kann auch schon ein paar Minuten später wieder aufhören und hat trotzdem etwas erreicht.

Bewertungen

Grafik - 7.2
Sound - 7.1
Gameplay - 8.2
Umfang - 9
Multiplayer/Onlinemodus - 8.5

8

Gesamt

Mit "Trackmania Turbo" nimmt die Traditionsreihe ihren ersten richtigen Anlauf auf die Konsolenwelt - und das funktioniert tatsächlich sehr gut. Man kann sich natürlich vorzüglich darüber streiten, ob der Titel nicht als 20,- Euro teurer Downloadtitel fairer bepreist wäre - man bekommt aber auch eine Menge für sein Geld. 200 Strecken ist eine ganze Menge, und der Leveleditor dürfte noch so manche Überraschung parat haben. Zusammen mit der netten "noch eine kleine Runde"-Langzeitmotivation sind kompetitive Naturen hier optimal aufgehoben.

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