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Review: Valentino Rossi: The Game

Sie haben es schon wieder getan: Milestone bringt den nächsten Racing-Titel auf den Markt. Gefühlt am laufenden Band tackert man ein Spiel nach dem anderen in die Regale dieser Welt und ist dabei noch nicht einmal besonders erfolglos. Mit „Valentino Rossi: The Game“ gibt es jetzt mal wieder etwas für Motorrad-Fans – und nicht nur für die. Was wir damit meinen und ob da Spaß auf dem Silberling steckt, erfahrt Ihr wie immer in unserem Test.

 

Start your Engines

Trotz der Tatsache, dass sich „Valentino Rossi: The Game“ ganz konkret und namentlich dem weltbekannten Fahrer widmet, ist das Spiel eigentlich „MotoGP 2016“. Und dementsprechend geht es nicht ausschließlich darum, was der Italiener auf seinem motorisierten Hobel erlebt. Vielmehr hat man etwa einen Karriere-Modus für uns zurechtgelegt, in dem wir – wer hätte es gedacht – einen Nobody auf dem Weg zur Spitze der MotoGP begleiten. Das ist zwar durchaus unterhaltsam und als gelungen zu bezeichnen, wirklich neue Wege geht man damit aber nicht.

Doch was bietet das Spiel, dass es den Namen des besten noch aktiven Fahrers verdienen würde? Ganz einfach: Um die legendäre Nummer 46 wurde eine ganze Menge Aufheben gemacht. Im Karrieremodus wird man vom Meister höchstpersönlich angeleitet, außerdem gibt es die „Rossi Experience“, in der man die Karriere des Ausnahmetalents selbst nachvollziehen darf. Dabei gilt es, die verschiedensten Challenges zu bestehen. Überdies hat man Rossi höchstpersönlich in den Entwicklungsprozess mit einbezogen, so dass das Gefühl des Fahrens wohl noch näher an der Realität liegen dürfte. Um das aber wirklich beurteilen zu können, fehlen uns dann doch die persönlichen Erfahrungen.

Es wird nicht gespart!

Tatsächlich bringt „Valentino Rossi: The Game“ jede Menge Content mit. Dass man neben der aktuelle MotoGP-Saison auch die des Vorjahres spielen darf, ist da wirklich nur der Anfang. Wie üblich sind alle MotoGP-Klassen mit von der Partie, Strecken, Teams, Fahrer und Motorräder sind natürlich voll lizenziert. Ach ja, ganz nebenbei erwähnt: Man darf das Motorrad auch mal stehen lassen. Falls Ihr das Gefühl habt, Ihr fallt zu oft vom Hobel, dann darf man Valentino Rossi auch bei einer Rally begleiten. Okay, das kam nun wirklich völlig unerwartet, aber die Mannen von Milestone wären nicht die, die sie sind, wenn sie das nicht einigermaßen überzeugend umgesetzt hätten.

Zwar ist das Ganze nicht so auf Realismus getrimmt wie die Motorrad-Physik, trotzdem fühlt es sich irgendwie „richtig“ an – wenn man das denn bei einem Zweirad-Racer so sagen kann. Und für knallharte MotoGP-Fans wird ein weiterer Traum war: Die legendäre Valentino-Ranch, das private Refugium des Superstars, wurde bis ins kleinste Detail nachgebildet. Um zu verstehen, wie fantastisch das wirklich ist, muss man wohl ein Rossi-Fan sein. Letztendlich gibt es in „Valentino Rossi: The Game“ unheimlich viel zu tun, für Fans des Genres dürfte es vermutlich der letzte Motorrad-Racer sein, den man in diesem Jahr erwerben muss.

Gib dir Mühe!

„Valentino Rossi: The Game“ hat gegenüber seinen „MotoGP“-Vorgängern ordentlich an Komplexität zugelegt. Damit meinen wir noch nicht einmal irgendwelche zusätzlichen Rahmenbedingungen, sondern die Tatsache, dass man ganz schön üben muss, um die Steuerung in den Griff zu bekommen. Das ist dem Realismus geschuldet, den man sich auf die Fahnen geschrieben hat – und wer lieber Arcade-Racer spielt, sollte sich dann vorsichtshalber an anderer Stelle nach einem geeigneten Videospiel zu dieser Thematik umsehen. Motorradfahren ist in „Valentino Rossi: The Game“ schon gegen schnöde KI-Gegner eine echte Herausforderung, gegen fähige menschliche Mitspieler in der Online-Komponente kann es ohne ein feines Gespür für die Steuerung dann recht schnell ziemlich frustig werden.

Für Fans der MotoGP-Reihe im Allgemeinen und von Valentino Rossi im Besonderen ist der Titel aber einfach nur ganz großes Kino. Es gibt reichlich Freiräume für Herausforderungen, man darf sich in Fahrweisen und Techniken hineinfuchsen, man erhält das Gefühl, dass man tatsächlich als besserer Zocker aus „Valentino Rossi: The Game“ herauskommt. Hinzu kommt außerdem die Tatsache, dass das Spiel beinahe zu einer Art Enzyklopädie für Motorradsport geworden ist. Die Menge an Informationen und Hintergründen, die man uns hier bereitstellt, dürfte ihresgleichen suchen.

Schattenseiten

Bisher haben wir ja noch sehr wohlwollend über „Valentino Rossi: The Game“ berichtet – und tatsächlich, es handelt sich dabei durchaus um ein Spiel mit viel Substanz, sowohl in Hinsicht auf das Gameplay als auch in Hinsicht auf den Umfang, den man liefert. Zu meckern gibt es aber dennoch etwas, und das beschränkt sich praktisch ausschließlich auf die Präsentation des Spiels.

Zum Einen bewegt man sich nicht mal annähernd auf dem Niveau, das auf Xbox One und Playstation 4 technisch machbar ist, und das man von anderen Rennsporttiteln her kennt. Das ist natürlich der Tatsache geschuldet, dass – egal wie viel Mühe man sich gibt – Motorradsport lange nicht so populär ist wie andere Bereiche aus dem Motorsport, und Entwickler solcher Spiele eben nicht auf ein endloses Budget zurückgreifen können. Und so kann man sich vielleicht damit abfinden, dass nicht jeder technisch mögliche Effekt umgesetzt wird – aber nicht, dass es bei dieser doch etwas sparsamen Aufmachung noch zu teilweise gravierenden Framerate-Einbrüchen kommt. Das ist in Racing-Spielen schlichtweg ein grober Makel, der einem ganz schön den Spaß verhageln kann.

Dass auch die Menüs eher trocken präsentiert werden, kennt man ja von anderen Milestone-Games. Klar wäre hier etwas mehr Charme schön, als harten Kritikpunkt kann man so etwas dann aber doch nicht anführen. Da wiegen dann die oben genannten Schwächen doch deutlich stärker.

Ein Schritt in die richtige Richtung

Gegenüber anderen Motorrad-Games ist „Valentino Rossi: The Game“ tatsächlich ein deutlicher Fortschritt – allerdings in erster Linie deshalb, weil man mehr Simulation und weniger Action liefert. Wir hätten uns aber gewünscht, dass das Ganze auch in optischer Hinsicht einen Sprung gemacht hätte, hier muss Milestone bei ihren nächsten Titeln echt etwas Gas geben. Ansonsten dürfen Genre-Fans hier durchaus zugreifen, vor allem, wenn man patchtechnisch noch die Framerate-Probleme in den Griff bekommt.

Bewertungen

Grafik - 7.4
Sound - 7.9
Gameplay - 8.6
Umfang - 9.1
Multiplayer/Onlinemodus - 8.1

8.2

Gesamt

"Valentino Rossi: The Game" ist ziemlich sicher das derzeit beste erhältliche Spiel für Fans der MotoGP. Spielerisch, mechanisch und vor allem vom Umfang her gibt es nun wirklich nichts zu meckern. Die Präsentation hingegen ist vergleichsweise trocken, und das ist - zusammen mit Framerate-Problemen - dann auch der größte Nachteil des Spiels. Die Entwickler müssen schauen, dass man zumindest die Ruckler in den Griff kriegt, so etwas ist bekanntlich pures Gift für einen Racer. Wenn das gelungen ist, kann man "Valentino Rossi: The Game" beinahe vorbehaltlos empfehlen.

Benutzerwertung: Bewerte als erstes!

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