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Review: WWE 2K17

Oktober ist Wrestling-Zeit – zumindest auf den Konsolen. Da dürfen wir nämlich ab sofort das neue „WWE 2K17“ in Empfang nehmen. Seit geraumer Zeit erklären uns die Entwickler, welche Kämpfer dieses Mal in den Ring steigen und welche Extras wir in Anspruch nehmen dürfen. Doch wie bei allen jährlich erscheinenden Serien stellt sich auch hier die Frage, ob man genügend Neues bieten kann, um einen Kauf zu rechtfertigen. Interessiert Euch auch? Dann lest unseren Test und findet es heraus!

 

Historisch

Seit mittlerweile sieben Jahren schreibe ich Reviews über Wrestling-Games, „WWE Smackdown vs. RAW 2011“ war der erste davon. In dieser Zeit hat sich jede Menge getan. Zwar waren die Verbesserungen von Jahr zu Jahr nicht immer riesengroß, insgesamt hat man aber einen gewaltigen Sprung gemacht – nicht nur den über die Generationsgrenze hinaus. Dabei ist das Spielprinzip nach wie vor das selbe: Man muss siegreich aus den Kämpfen hervorgehen, ganz egal, ob man als Noname anfängt oder die Rolle eines bekannten Wrestlers übernimmt und seine Karriere oder zumindest wichtige Events aus dieser durchlebt.

Der erste große Unterschied gegenüber den Vorgängern ist bei „WWE 2K17“ schnell ersichtlich: Der klassische Showcase-Modus, den man sich wohl am ehesten als Story-Kampagne vorstellen darf, fehlt in diesem Jahr komplett. Stattdessen war das Anliegen der Entwickler von Yuke’s und Visual Concepts, den Karrieremodus als Dreh- und Angelpunkt des Spiels zu inszenieren. Dass das kein einfaches Unterfangen ist, liegt auf der Hand: Im Vorgänger etwa durften wir einen Ausschnitt aus der Karriere von „Stone Cold“ Steve Austin durchleben, was schon allein durch diese Legende zu einer spannenden Sache wird. Da muss man in Sachen Atmosphäre erst einmal in die Nähe kommen, wenn man einen Nobody aufbaut.

Bronco the Bull is back

Nun sollen wir also unseren Wrestler nach vorne bringen – na aber gerne doch. Interessant dabei ist vor allen Dingen die Tatsache, dass es uns freigestellt wird, ob wir uns eher böse geben oder ob wir lieber ein Publikumsliebling werden möchten. Gesteuert wird dies in erster Linie durch Äußerungen, die man im Rahmen von Pressekonferenzen, öffentlichen Auftritten und den üblichen Statements auf Wrestling-Veranstaltungen so von sich gibt. Hierzu haben die Entwickler eigens die sogenannte „Promo Engine“ zu Rate gezogen, die ein adäquates Image aus den Entscheidungen des Spielers erstellen soll.

Generell gilt aber: Je extremer man in eine der beiden Richtungen ausschlägt, umso besser. Ärgerlich dabei nur die Inszenierung dieser doch nicht ganz unwichtigen Auftritte in der Öffentlichkeit: Beinahe wie in japanischen Rollenspielen aus der Vergangenheit gibt es überwiegend furztrockene Texttafeln zu bewundern. Dass dies natürlich weder zeitgemäß noch der Atmosphäre besonders förderlich ist, versteht sich dabei wohl von selbst. Darüber hinaus ist das Ganze im Kern noch immer das gleiche Spielerlebnis wie im Vorjahr.

Selbstgedreht

Schon seit den Tagen der ersten Playstation haben Wrestlingspiele etwas, das es in anderen Genres so nicht gab – oder zumindest nicht derartig umfangreich. Die Rede ist hier natürlich davon, sich seinen eigenen Charakter zusammenzubauen. Mittlerweile ist das zwar längst kein Alleinstellungsmerkmal mehr, allerdings zeigt „WWE 2K17“ wieder einmal eindrucksvoll, dass man in diesem Segment die Nase genreübergreifend noch immer ewig weit vorne hat.

Es gibt unzählige Möglichkeiten, Euren selbstgestrickten Wrestler an die eigenen Vorstellungen anzupassen – bis ins kleinste Detail. Und das ist längst nicht alles, denn auch beim Einmarsch kann man praktisch jeden Aspekt beeinflussen. Das ist vor allem hinsichtlich des Universe-Modus extrem wichtig, denn dieser erlaubt es dem Spieler, sich einen eigenen Wrestling-Mikrokosmos zusammenzuschustern. Dass es nicht möglich ist, externe Songs als Einmarschbegleitung einzubinden, dürfte allerdings den technischen Limitationen der aktuellen Konsolen zuzuschreiben sein. Ach wie schön war das seinerzeit auf der Xbox360.

 

Bronco und noch ein paar andere

Machen wir uns nichts vor: So schön es auch ist, sich sein Alter Ego für die Wrestling-Matches zusammenzustückeln, oder auch den unförmigsten Klumpen Mensch mit den hässlichsten Klamotten und Accessoires in den Ring zu schicken – letztendlich wollen Wrestling-Fans, dass ihre Lieblingskämpfer den Todfeinden auf die Fresse hauen. Ein WWE-Game ohne bekannte Kämpfer würde nicht funktionieren, und deshalb hat man in „WWE 2K17“ ein beispiellos großes Roster an bekannten Recken eingebaut.

Diese wurden ja schon im Vorfeld der Veröffentlichung nach und nach enthüllt. Tatsächlich ist auch fast jeder Wrestler dabei, den man sich wünschen könnte. Naja – Hulk Hogan als einer der bekanntesten Ringer aller Zeiten fehlt. Das dürfte wohl daran liegen, dass er aufgrund rassistischer Äußerungen bei der WWE in Ungnade gefallen ist. Aber sonst ist der Silberling voll mit Kämpfern von früher bis heute, von Macho Man bis Dolph Ziggler, und auch die Divas dürfen wieder nicht fehlen. Mit den Variationen einiger Wrestler befinden sich beinahe 150 Teilnehmer im Roster von „WWE 2K17“ – das bricht ganz klar alle bisherigen Rekorde.

So war das aber nicht gedacht

Okay, jetzt kommt der harte Teil: „WWE 2K17“ wurde zwar dergestalt angekündigt, dass der MyCareer-Modus die Showcases adäquat ersetzt, deshalb wäre das Fehlen dieser gar nicht so tragisch. Tatsächlich vermag es die Karriere aber nur teilweise, über diesen Mangel hinwegzutäuschen. Es tut uns leid, aber die Showcases fehlen, und einen anderen Spielmodus ein wenig aufzumotzen reicht dann eben doch nicht aus – egal, wie sinnvoll die Neuerungen in der Karriere auch ausgefallen sein mögen.

Auch fallen die normalerweise obligatorischen Grafik-Updates dieses Mal nicht so umfangreich aus wie erhofft. Langsam aber sicher zeigt sich, wie der Zahn der Zeit an der Engine nagt. Hier wird man in den kommenden Jahren wohl oder übel eine Menge Arbeit investieren müssen. Gerade auf der Playstation 4 Pro und der Xbox One Scorpio wird es mit der gleichen Engine nicht mehr getan sein.

Und so bleibt einmal mehr ein Spiel, das in erster Linie für Fans gemacht ist. Und die werden sich zweifellos über das riesige Roster freuen, die beinahe grenzenlosen Kreativmöglichkeiten feiern und den Kampf gegen andere Spieler antreten. Keine Frage, wer in jedem Jahr zugreift, ist auch bei „WWE 2K17“ wieder mit dabei. Wenn Ihr aber zu den Spielern gehört, die einen Ableger der Reihe immer nur dann kaufen, wenn er wirklich signifikante Neuerungen mitbringt, dann ist die aktuelle Ausgabe nicht die richtige für Euch.

Bewertungen

Grafik - 7.6
Sound - 8.1
Gameplay - 7.7
Umfang - 7.3
Multiplayer/Onlinemodus - 7.8

7.7

Gesamt

"WWE 2K17" ist nicht unbedingt das, was wir uns erhofft haben. Es fehlt an Frische, und mit der Tatsache, dass der MyCareer-Modus die Showcases ersetzen soll, sind wir auch nicht so recht einverstanden. Im Prinzip haben wir also weniger Umfang als im Vorjahr - ein Umstand, der wohl nur die härtesten unter den Fans nicht stören wird. Zudem fehlen uns die signifikanten Verbesserungen bei der Optik, möglicherweise ist auch einfach die Zeit für eine ganz neue Engine gekommen. Wenn Ihr "WWE 2K17" in der Hoffnung kaufen möchtet, ein umfangreicheres Paket als je zuvor zu erhalten, wartet eine Enttäuschung. Mehr als "solide" ist der Titel nämlich leider nicht.

Benutzerwertung: Bewerte als erstes!

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